SPD: Klingel soll bessere Erreichbarkeit der Läden in Nettetal bringen

Nettetal: Eine Klingel für Barrierefreiheit in Geschäften

Die Sozialdemokraten wollen die Aktion, die seit Oktober in Kempen läuft, auch in Nettetal umsetzen.

Geschäftsleute, die Kunden helfen, wenn diese wegen Treppenstufen am Eingang nicht oder nur schwer in den Laden gelangen können – das wünscht sich die Nettetaler SPD-Fraktion. Sie möchte in ganz Nettetal an Geschäften von Einzelhändlern Klingeln installieren, mit denen sich die Kunden bemerkbar machen können. Mit einem entsprechenden Antrag zur Anschaffung hat sie sich nun an die Stadtverwaltung gewandt.

Vorbild für die barrierefreie Klingel ist die Stadt Kempen. Dort wurden im Oktober an knapp 60 Ladeneingängen Schilder mit der Aufschrift „Bitte klingeln – Wir helfen Ihnen“ samt einer Funkklingel montiert. Die Händler könnten dann entweder zur Tür kommen und die Kunden dort bedienen oder ihnen in das Geschäft hinein helfen, sagt SPD-Stadtverbandsvorsitzende Tanja Jansen: „Manchmal ist der Händler hinten im Geschäft und bekommt gar nicht mit, dass jemand Hilfe benötigt.“ Schon nur eine einzige Stufe könne für Menschen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, ein Hindernis sein. „Auch mit beispielsweise einem Zwillingskinderwagen ist es schwierig“, sagt Jansen.

In Kempen sei die Aktion „Serviceklingeln“ in Zusammenarbeit von der Stadtverwaltung, dem Werbering und der Lebenshilfe Viersen umgesetzt worden, berichtet Jansen. Ein Vertreter der Lebenshilfe sei es gewesen, der die SPD-Politikerin bei einem Rundgang durch Lobberich auf die Klingel hingewiesen hat. „Ich habe mir das in Kempen angeschaut“, berichtet Jansen. Der Sig­nalgeber wird so angebracht, dass ihn auch Kunden im Rollstuhl gut erreichen können. Für Sehbehinderte befindet sich Brailleschrift auf den Schildern. Wichtig für Jansen: „Die Klingel wird geklebt, man kann sie also rückstandslos entfernen.“

Die SPD hofft nun, dass die Aktion auch in Nettetal umgesetzt wird. Sie rechnet mit Kosten in Höhe von rund 2000 Euro. „Im besten Fall übernimmt das die Stadt“, sagt Jansen.

(emy)

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