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Nettetal: Spargel mit "Tunnelblick"

Nettetal : Spargel mit "Tunnelblick"

Die Spargelanbauer im Grenzland sind mit der Saison bislang zufrieden. Nachdem die Temperaturen sanken und Regen fiel, wird die Qualität wieder besser. In drei Wochen ist Saisonschluss.

Als Paul und Ingrid Brinkmann am 24. April 1987 heirateten, hatte es bis zum Beginn der Spargelsaison noch eine gute Woche Zeit. Die Silberhochzeit fiel in diesem Jahr schon fast mitten in die Saison, denn "den ersten Spargel haben wir schon am 27. März geerntet", berichtet die Sprecherin der sieben Brüggener Burgi-Spargelanbauer. Auch in Leuth hat Thorsten Clemens schon in der letzten Märzwoche mit dem Spargelstechen begonnen.

Möglich machten dies die Minitunnel, bei denen über die Spargelreihen eine zweite Folie so hoch gespannt wird, dass schon ein paar Sonnenstrahlen die Luft darunter gleich bis 45 Grad aufheizen. So wird das Wachstum enorm beschleunigt, der Spargelfreund muss nicht mehr bis zum Muttertag auf den Genuss der weißen oder auch grünen Stangen warten.

Die Preise stimmten

Weil der April in diesem Jahr kühl und nass war, haben sich die aufwendigen und arbeitsintensiven Spargeltunnel bezahlt gemacht. "Zwar war im April die Menge nicht so groß, doch stimmten dafür die Preise", sagt Willi Bonnacker. Auch sei die Qualität sehr gut gewesen: "Wir hatten 65 Prozent in Klasse I, im zu warmen Mai sank der Anteil auf 35 Prozent", fügt der Kaldenkirchener hinzu. Nachdem es nun etwas kühler geworden ist, steigt der Anteil des Klasse I-Spargels wieder. Muss Bonnacker seine Felder am Heidenend noch beregnen, so freuten sich die Brüggener am Donnerstag schon über einen ergiebigen Regen.

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  • Frisch gestochener Spargel (Symbolfoto).
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  • Ilse Pahlisch (l.) und Sabine Lohse
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Aus den ersten Spargelfeldern sprießen schon die Stangen grün empor. Es handelt sich um Felder mit jungen Pflanzen, die nur drei bis vier Wochen beerntet werden, bei den Minitunneln ist jetzt um den 19. Juni Schluss. "Man muss den Pflanzen auch Ruhe gönnen, wenn man auch künftig noch gut ernten will", erläutert Thorsten Clemens. Wenn ein Hektar um die acht Tonnen gebracht habe, müsse auch der Spargelanbauer zufrieden sein.

"Augenblick mal, ich muss erst noch eine Kundin bedienen", bescheidet Ingrid Brinkmann den Anrufer der RP: Die Spargelanbauer setzen einen Großteil ihrer Ware in Hofläden ab. "Das läuft sehr gut, vor allem zum Wochenende, wenn alle gern Spargel essen." Bonnacker beliefert auch Großmärkte in Köln, Wuppertal und Koblenz. Die heimische Gastronomie ist ein guter Kunde, es muss längst nicht mehr der Spargel aus Walbeck sein. Clemens hat außer dem Hofladen an der B 221 sieben Verkaufsstände und beliefert seinen Vater für den Wochenmarkt in Düsseldorf. Er beschäftigt in der Saison um die 60 Leute. "Ich bin eigentlich zufrieden", zieht er ein Fazit kurz vor dem Saisonende. FRAGE DES TAGES

(mme)