Sommerleseclub 2019 beginnt in der Stadtbücherei Nettetal am 8. Juli

Sommerleseclub : Ein Logbuch für die Sommerlektüre

Einfach nur lesen und Stempel sammeln war gestern. Der Sommerleseclub wird neu aufgelegt: Die Teilnehmer können nun in Teams ihren Lese-Erfolg in einem Logbuch festhalten — analog oder digital. Am Ende gibt’s einen Oscar.

Welche Figur in der Geschichte wärst du am liebsten? Wie viele Sterne gibst du dem Ende? Und welche Figur ist die fieseste? Wer beim diesjährigen Sommerleseclub mitmacht, muss auf solche Fragen gefasst sein. Denn einfach nur Bücher lesen, Bibliotheksmitarbeitern den Inhalt aufsagen und dafür Stempel kassieren, war gestern. Das Kultursekretariat NRW hat das Konzept des Projekts neu aufgelegt – und die Stadtbücherei Nettetal plant ihre eigene Erweiterung dazu.

Die wohl größte Neuerung: In diesem Jahr können die Teilnehmer auch als Gruppe agieren. Möglich sind Teams von bis zu fünf Personen. Richtete sich der Leseclub in der Vergangenheit hauptsächlich an Schüler der fünften Klassen, steht er nun für Menschen jeden Alters offen. Eine Gruppe kann also beispielsweise aus Mitschülern bestehen, aber auch aus Mutter, Vater, Oma, Tante oder Bruder. „Es geht darum, den Spaß am Medium zu teilen, und zu sehen, wie etwas Gemeinsames wächst“, erläutert Birgitt Mager, stellvertretende Leiterin der Nettetaler Stadtbibliothek.

Für jedes Team gibt es ein Logbuch. Darin können sich die Teilnehmer präsentieren, beispielsweise davon erzählen, welches ihr liebster Lese-Ort ist, aber auch kreative Aufgaben lösen und eben jene Fragen beantworten, die zur Auseinandersetzung mit dem Inhalt einer Geschichte dienen. Pro Buch oder Hörbuch gibt es einen Stempel, jedes Teammitglied muss mindestens einen vorweisen. Neu: Auch für die Teilnahme an Veranstaltungen gibt es einen Stempel. In der Stadtbücherei Nettetal wird dafür beispielsweise ein Foto-Workshop angeboten (siehe Info-Kasten).

Wer im Internet unter der Adresse www.sommerleseclub.de die Stadt Nettetal sucht und findet, kann das alles online machen. Über Zugangsdaten, die nur die Mitglieder der eigenen Gruppe erhalten, können sie jederzeit auf ihr digitales Logbuch zugreifen. Die analogen Logbücher der Gruppen bleiben in der Stadtbücherei, damit jedes Mitglied jederzeit darauf zugreifen kann. Die Stadtbücherei hält aber auch einzelne Seiten daraus vor, die mit in den Urlaub genommen werden und später dem Buch hinzugefügt werden können. Wer weiterhin alleine lesen möchte, kann sein Logbuch mit nach Hause nehmen.

Früher gab es in der Stadtbücherei einen gesonderten Bereich mit vorgegebenen Medien, nun steht den Teilnehmern des Sommerleseclubs der ganze Bestand zur Verfügung. Schon jetzt können sich Interessierte in der Bücherei oder über die Internetseite des Sommerleseclubs anmelden, los geht es aber erst am Montag, 8. Juli. Dann erhalten die Teilnehmer ihre Clubkarten und -bändchen. Die Abgabefrist für die Logbücher endet am 30. August.

Das Team der Stadtbücherei bietet an, Fotos der Gruppen für das Logbuch zu machen. Geknipst wird vor einem sogenannten Green-Screen, wodurch der Hintergrund später verändert werden kann. Es gibt zwei Termine: Freitag, 19. Juli, 14 bis 18 Uhr, und Donnerstag, 22. August, 10 bis 13 Uhr und 14 bis 19 Uhr. „Ich finde die Neuerungen gut, weil man damit mehr Kinder erreichen kann“, sagt Mager. 2018 nahmen etwa 100 Kinder am Sommerleseclub teil. Dass jemand fudelt, befürchtet sie nicht. „Man sollte es nicht als Aufgabe sehen, sondern es geht darum, Spaß am Lesen zu haben“, sagt sie.

Zur Abschlussparty mit Urkundenverleihung möchte das Bücherei-Team Oscars vergeben; beispielsweise für die kreativsten Antworten oder das lustigste Gruppenbild.

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