Nettetal So kickt Kolping

Nettetal · Auf dem Fußballgelände der Union Nettetal traten am Wochenende Kolpingsfamilien aus ganz Deutschland gegeneinander an. Die Kolpingsfamilie Hinsbeck war zum ersten Mal Veranstalter.

"Schweini" wird in die Luft gehalten und kräftig geschüttelt. Das Sparschwein vom Fußballteam aus Hochheim (Hessen) bringt den Teilnehmern Glück. Sie sind seit zwölf Jahren bei der Meisterschaft dabei. Erst jetzt kommen die Teilnehmer ins Viertelfinale. Dank "Schweini". "Wir sind der Geheimfavorit", sagt Matthias Gungl und lacht. Dabei wird er von seiner Mannschaft tatkräftig unterstützt. Für jede Phrase, die die Spieler erzählen, kommen 50 Cent ins Sparschwein, was später für einen guten Zweck gespendet wird.

Chorgesang und Trommelwirbel

Auf den Fußballplätzen der Union Nettetal herrscht Trubel. Auf den Bänken und dem Rasen machen es sich mehr als 500 Personen gemütlich. Die meisten genießen die Sonne, feuern ihr Team auf dem Platz an oder feiern ihren Sieg. Die jungen Männer aus Schifferstadt haben sogar ihren eigenen Fanclub mitgebracht. Bei jedem Tor schwingen die weiblichen Fans ihre orange-schwarzen Blumenketten und machen einen lauten Trommelwirbel: "So sehen Sieger aus, Schalalala!", singen sie. Einige Meter weiter machen die Hochheimer den Schifferstädtern Konkurrenz. Denn auch sie singen lauthals zu der Musik aus der Riesen-Musikbox mit. "Das hier ist jedes Jahr aufs Neue ein tolles Erlebnis, man trifft alle wieder", erzählt Tobias Metz. In den letzten drei Jahren hat die Kolpingsfamilie Schifferstadt (Nähe Mannheim) zwar immer gewonnen, doch diesmal gibt es zu viele Verletzte. Die Chancen auf den Sieg sinken.

Nicht nur Männer treten gegeneinander an. Auch die Damen sind zahlreich vertreten. Zwei davon sind Sabrina Engelhardt und Leonie Drewa aus Bilshausen (bei Göttingen). Etwas traurig schauen die beiden und diskutieren über das verlorene Spiel. "Ach schade, wir sind ausgeschieden", sagt die 19-jährige Drewa. Mit 80 Personen sind sie zur Kolping-Fußballmeisterschaft angereist in der Hoffnung, es im Turnier weit zu bringen. Jetzt haben sie Zeit, die Beine hochzulegen, Kreuzworträtsel zu lösen oder sich im Planschbecken abzukühlen.

Alle Teams sind bereits am Freitag angereist, haben die erste Nacht in Schulen, Herbergen oder Pensionen verbracht. "Wir haben gestern schon gefeiert, heute geht es weiter", so Matthias Gungl. Ausreichend Proviant und Getränke stehen am Spielfeldrand. Der gleicht einer gemütlichen Picknickwiese. In vier Gruppen (Herren, Alt-Herren, Jugend und Damen) wird 2 x 15 Minuten gespielt. "Die Auslosung fand mit allen gemeinsam am Freitag statt", erklärt Markus Zanders von der Kolpingsfamilie Hinsbeck. Er freut sich, dass Planung und Umsetzung so gut g eklappt haben. Aber auch, dass die Kolpingsfamilie Hinsbeck es zum ersten Mal ins Viertelfinale geschafft hat. Mit dem Wetter haben die Veranstalter ebenfalls Glück. Bei verschiedenen Aktivitäten auf dem Platz wird Fußball fast schon zur Nebensache.

(RP)
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