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Nettetal: Sinfonisch-poppiger Beatles-Trip

Nettetal : Sinfonisch-poppiger Beatles-Trip

Der Kulturkreis der Wirtschaft lud zu einem ungewöhnlichen Konzert ein

üblicherweise setzt der Kulturkreis der Wirtschaft in Nettetal zum Jahresbeginn entweder auf klassische oder poppig unterhaltsame Musik. Jetzt überraschte er mit einer Symbiose von Klassik und Beat: Zur "Great Beatles Concert Matinee" traten die Coverband Hard Day's Night und das Sinfonieorchester Bergheim auf.

Karl Fleuth vom Kulturkreis zeigte sich erfreut, dass die Werner-Jaeger-Halle wieder einmal ausverkauft war. Als lokalen Leckerbissen kündigte er einen kleinen Auftritt des Chores Kalobrhi an. Die Sänger aus Lobberich und Umgebung trugen ihren Anteil zum groß angelegten Klangteppich um Honare Haases Solo "My sweet Lord" bei. Auf ein Zeichen des Solisten verwandelte sich das Publikum nur zu gern in eine weitere, große Chorgemeinschaft, so dass alle im Saal hingebungsvoll Beatles-Musik lebten.

Der Einstieg ins Konzert war beinahe klassisch gewesen und dennoch genau auf die Musik der vier Pilzköpfe aus Liverpool zugeschnitten. Im Stil einer Ouvertüre verwob das Orchester Zitate bekannter Beatles-Songs in eine farbig inszenierte Instrumentierung der sinfonischen Besetzung. Zum ersten Song der Coverband nahmen sich die Orchestermusiker stark zurück, um sanft ein "Let it be" zu unterlegen. Doch schon bald traten Orchester und Band in ein konzertantes Miteinander unter wechselnden Vorzeichen ein und zelebrierten Dynamik, Temperament und stille, ja lyrische Momente. "Was George Martin für die Beatles war, das ist Franz-Josef Stürmer für uns", lobte Bandspieler Dieter Kirchenbauer den Dirigenten aus dem klassischen Fach. Denn der ließ sein Orchester den Sound charakteristisch und doch verwandelt um sinfonische Zutaten und auch avantgardistische Elemente erklingen. Packend und mitreißend war etwa das Miteinander zum rockigen "Roll over Beethoven". Das Orchester servierte die klassische Vorlage, während die Band die rockige Variante wie ein loderndes Feuerwerk umsetzte.

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Dieter Kirchenbauer agierte am Piano, als Sänger, Moderator und erst recht an der Gitarre, die er im Stil von Chuck Berry und George Harrison funkeln ließ. Auch der Schlagzeuger schlüpfte in unterschiedliche Rollen: Mit dem Percussionisten entfachte er einen rhythmischen Orkan, trat als Liedsänger und Stichwortgeber. Mit Kirchenbauer bot er eine unplugged Version von "Yesterday". Die klang so klar durch, dass Kirchenbauer den Lobberichern ans Herz legte: "Ihr habt eine tolle Halle. Die sollte nicht so einfach abgerissen werden."

Christine Ladda gestaltete ihre Soli mit geheimnisvoll schillernder Stimme, während Sebastian Siebel eine beinahe ebenso heiser rockige Stimmlage mitbrachte wie einst Joe Cocker. Damit befeuerte Siebel eine fiebrig aufgeladene Stimmung, ehe die Matinee beinahe elegisch verglühte und die Besucher mit frenetischem Beifall nach Zugaben riefen.

(anw)