Nettetal : Simply Scouting

Elf Pfadfinder aus Breyell reisen zum Jamboree, dem Weltpfadfindertreffen, ins schwedische Rinkaby. Um die hohen Kosten stemmen zu können, bauten sie am Samstag auf ihrer Wiese eine Fahrradwaschstraße auf.

Pfadfinder sind bekannt dafür, dass sie möglichst an jedem Tag eine gute Tat vollbringen möchten. Einfluss auf das Wetter haben sie allerdings nicht. Die Idee eine "Fahrradwaschstraße" der St.-Georgs-Pfadfinder in der Pfarre St. Lambertus fiel am Samstag buchstäblich ins Wasser. Regen machte den Scouts einen dicken Strich durch ihre Rechnung für das Jamboree Ende Juli in Schweden. Aber entmutigen lassen sie sich davon nicht.

So eine Reise ist kostspielig. Daher hatten die Pfadfinder die Idee, den bekannt fahrradfreundlichen Nettetalern einen besonderen Service gegen kleines Geld anzubieten: Auf der Wiese im Ritzbruch bauten sie eine "Fahrradwaschstraße" auf. Und tatsächlich kamen auch etliche Bürger mit ihren Rädern trotz des unwirtlichen Wetters, um das nette Angebot zu nutzen und die Pfadfinder zu unterstützen.

"Eben fuhr ein Kleinbus vor. Der Fahrer entlud zwei Räder, ließ sie waschen und packte sie zurück ins Auto und fuhr heim", berichtete Leiterin Christiane Borsch. Dass der schöne Plan nicht ganz aufging, störte nicht weiter. Die Pfadfinder aus Breyell bereiten erwartungsfroh das Jamboree vor, an dem jeder Pfadfinder nur einmal teilnehmen darf, es sei denn, er hat die so genannte Woodbadge-Ausbildung absolviert.

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Einiges schon getan

Das letzte Jahr stand für die Pfadfinder- und Roverstufe ganz im Zeichen der Vorbereitungen auf das Weltpfadfindertreffen. "Wir haben beispielsweise einen Schwedentag, einen Flohmarkt und auch einen Weihnachtsmarkt organisiert, um die 1000 Euro Teilnahmegebühr zu stemmen", erklärt Borsch. Das klingt zunächst recht teuer, ist aber eigentlich ein gerechtes System. Denn es treffen sich in Schweden etwa 38 000 Pfadfinder aus aller Welt. Damit auch Scouts aus Entwicklungsländern teilnehmen können, richtet sich die Anmeldegebühr nach dem Bruttosozialprodukt des Herkunftslandes. Somit ermöglichen die Breyeller mit insgesamt 11 000 Euro Teilnahmegebühr Scouts aus ärmeren Ländern der Welt die Teilnahme.

Für Leiter Alexander Troost wird es das erste Jamboree. Er reist mit jüngeren Begleitern schon am 24. Juli ins dänische Tydal. Dort sammeln sich alle deutschen Pfadinder, ehe sie gemeinsam ins Lager weiterreisen. "Im Gepäck sind natürlich vier Jurten, die wir zu einem U aufbauen werden" sagt Troost. Die großen Schwarzzelte nutzen nur deutsche Pfadfinder. Somit werden die Breyeller für das eine oder andere Fotomotiv herhalten müssen.

Gemeinsam mit Pfadfindern aus Kempen und Duisburg bilden die Breyeller einen Trupp. Sie werden ihr Lager in einem international besetzten Camp aufschlagen. "Wir werden die einzigen Deutschen dort sein, aber Begegnung mit anderen Nationen und Kulturen ist eines der Hauptmerkmale des Jamborees", erklärt Troost. So werden die Trupps in ihren Camps an einem Tag typische Speisen aus ihrem Land zubereiten.

Caro, Matthias, Stefan und Marie sind vier der elf Jugendlichen, die nach Schweden reisen. Sie freuen sich zum einen auf die verschiedenen Kulturen und Religionen, die sie kennenlernen werden, aber auch auf die vielen Leute und auf das Land selber. Stefan ist nach eigenem Eingeständnis allerdings auch gespannt, wie er mit breitem Grinsen erzählt, auf die weibliche schwedische Bevölkerung.

(pepp)