Nettetal Siedlung ohne Urbanität im Kern

Nettetal · Der von Susanne Fritzsche vorgelegte Entwurf für das Breyeller „Stadtquartier“ ist um Längen besser als vorherige Pläne. Wenn schon aufgelockerte Siedlungsflächen neu geschaffen werden, dann sollte man die Menschen nicht in Häusern zusammenpferchen, die zwar rein äußerlich frei stehen, aber eher an Etagenwohnungsbau erinnern. In einigen Gebieten kann heute keiner auf der Terrasse niesen, ohne dass die halbe Nachbarschaft „Gesundheit“ ruft.

Ob der schöne Plan aufgeht, wird die weitere Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung zeigen. Denn neben der neuen Unsicherheit über Arbeitsplätze entwickelt sich ein Überangebot an Häusern zum Verkauf. Planerisch ist das, was nun vorliegt, sicherlich in Ordnung. Aber der Hinweis der Dezernentin, man befinde sich in der Ortsmitte, wirft städtebauliche Fragen auf. Unsere Ortskerne sind geprägt von Häuserreihen. Sie alleine strahlen Urbanität aus, bilden die klassische Wohnungs-, Dienstleistungs- und Geschäftsverdichtung. Mit reinen Wohnsiedlungen leisten Städte einen erheblichen Beitrag zum Ausbluten der Innenstädte: Wer hier lebt, muss mit dem Auto jeden Weg machen. Und der führt selten in den eigenen Ortskern. Das Stadtquartier Breyell ist eine Wohnsiedlung mitten im Ort. Städtebaulich ist es nicht gerade der große Wurf.

(RP)
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