Sexueller Missbrauch in Nettetal: Vater muss ins Gefängnis

Nettetal: Sexueller Missbrauch: Viereinhalb Jahre Haft

Ein 52-jähriger Krefelder ist am Mittwoch vor der Zweite Großen Strafkammer des Krefelder Landgerichts wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in sieben Fällen, schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in acht Fällen sowie Vergewaltigung in zwei Fällen verurteilt worden.

Die Taten geschahen in Wachtendonk und Nettetal. Die Freiheitsstrafe beträgt vier Jahre und sechs Monate. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der nicht vorbestrafte Täter hatte sich von Prozessbeginn an voll geständig und reumütig gezeigt, was die Kammer als strafmildernd wertete. Der 52-Jährige hatte zugegeben, zwischen 1998 und 2005 an seiner Stieftochter sowie an zwei seiner leiblichen Kinder sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. Unter anderem zwang er seine Stieftochter zum Oralverehr. In der vergangenen Woche hatten seine Stieftochter und sein Sohn unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt.

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Am Mittwoch trat eine seiner beiden leiblichen Töchter in den Zeugenstand. Sie erzählte, dass es zu einem Vorfall gekommen sei, als sie ungefähr elf Jahre alt war. Ihr Vater habe ihr beim Fernsehgucken in die Hose gegriffen und sie unsittlich berührt. Ihr sei das unangenehm gewesen. Mehr sei aber nicht passiert, später „hat er so etwas auch nie wieder versucht.“ Für sie sei der Vorfall ohne Folgen „irgendwelcher Art“ geblieben. Sie müsse aber immer daran denken, was der Vater ihrer Halbschwester und ihrem Bruder angetan habe.

Die Ex-Frau des nun Verurteilten und Mutter der von ihm missbrauchten Kinder sagte ebenfalls als Zeugin aus. Da ihr geschiedener Mann sehr viel gearbeitet habe, sei sie hauptsächlich für die Erziehung der insgesamt vier Kinder verantwortlich gewesen, erklärte die 50-Jährige. Ihr geschiedener Mann habe sich wohl um den Nachwuchs gekümmert, wenn sie meistens am Wochenende kellnern war. Während ihrer Abwesenheit sei es zu verschiedenen Missbrauchs-Vorfällen gekommen. Das habe sie aber erst „viel später“ erfahren und dann sei es ihr „sehr nahe gegangen“.

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