1. NRW
  2. Städte
  3. Nettetal

Nettetal: Seit 30 Jahren für die Natur im Einsatz

Nettetal : Seit 30 Jahren für die Natur im Einsatz

Der Nabu-Naturschutzhof im Sassenfeld feierte das 30-jährige Bestehen am Wochenende mit hunderten Besuchern. Zur Pflanzenbörse kamen ebenfalls zahlreiche Interessierte, die neben Pflanzen und Saatgut nützliche Tipps erhielten.

Mit einer tollen Torte wurde Naturschutzhof-Mitgründer Heinz Tüffers am Samstag zum 30-jährigen Geburtstag des Naturschutzhofes überrascht. Auf der Torte prangte das Wahrzeichen des Hofs, der Lebensturm, groß in Schokolade nachgebildet. "Wie ich Sie kenne, säen Sie noch eine Blumenwiese oben ein", witzelte Reiner Rosendahl, 1. Vorsitzender des Naturschutzverbandes Krefeld-Kreis Viersen in seiner Glückwunschrede.

Rosendahl fasste das Erfolgsrezept des Hofes in einem Satz zusammen: "Anpacken und gemeinsam für unsere Kinder und Enkel bewahren." Stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Helfer auf dem Naturschutzhof stellte er die beiden Ideengeber, Heinz Tüffers und Heinz Maibaum, besonders heraus. "Sie alle sind das Herz des Naturschutzhofes", so Rosendahl.

Auch bei Wiebke Essmann, die seit zehn Jahren den Hof als hauptamtliche Mitarbeiterin leitet, bedankte er sich mit einem Wildblumenstrauß. Bürgermeister Christian Wagner und der Parlamentarische Staatssekretär für die ländlichen Räume, Horst Becker, bescheinigten dem Hof eine Vorbildfunktion in Sachen Naturschutz.

  • Nettetal : Naturschutzhof jubiliert und lädt ein zur Pflanzenbörse
  • Nettetal : Sie führt Kinder früh an die Natur heran
  • Nettetal : Die Vielfalt der Natur verstehen lernen

Die dreijährige Paula aus Kempen erkundete unterdessen mit den Eltern die ausgestopften Tiere, die in der Rollenden Waldschule zu sehen waren. Vorsichtig tastete sie sich an den ausgestopften Fuchs heran. "Das ist weich", sagte sie und strich dem Tier über das Fell, "aber der Zahn ist hart", stellte Paula fest und lief schnell zu ihrer Mutter zurück.

Korbmacher Paul Abels saß sonnengeschützt unter einem Pavillon und begoss in regelmäßigen Abständen die Weidenruten mit Wasser aus der Gießkanne. "Das muss ich machen, sonst trocknen die Ruten aus und können nicht mehr verarbeitet werden", erläuterte er. Viele interessierte Besucher blieben stehen und schauten dem Korbmacher bei der Arbeit zu.

Bei der gestrigen Pflanzenbörse war trotz des trüben Wetters die Menge der Besucherautos nicht geringer. Im Nu waren die beiden ausgewiesenen Parkplätze und die Randstreifen rund um den Hof voll geparkt, selbst Radfahrer mussten sich einen Abstellplatz für ihre Drahtesel suchen. Bepackt mit Taschen, Kisten und Körben kehrten die Besucher nach gut zwei Stunden zu ihren Wagen zurück. "Ich bin zum dritten Mal hier, ich fahre schon bewusst zur Pflanzenbörse hin", erzählte ein Besucher aus Essen, der in diesem Jahr auch seine Nachbarn animiert hatte, ihn zu begleiten. "Ich habe mir im letzten Jahr einen Teich angelegt, hier finde ich bestimmt auch die passenden Wasserpflanzen dazu", sagte er und machte sich auf, neben den Pflanzen auch noch den ein oder anderen Ratschlag zu erhalten. Auch Gisela Bellartz-Cremer, Gartenliebhaberin und schon seit der ersten Pflanzenbörse dabei, hielt so manch einen Tipp für die Besucher parat. "Die Staude einfach umsetzen, wenn sie nicht anschlägt oder mickrig ist", riet sie der Besucherin, deren Pflanze sich einfach nicht entfalten wollte. Manchmal fehle ihr Wasser oder der Boden sei zu lehmig, "da wirkt ein Umsetzen Wunder".

Viel Wissenswertes gab es am Stand des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzen (VEN) aus Mettmann. Der Verein setzt sich für den Erhalt bedrohter Nutzpflanzen ein. "Wir wollen diese in ihrer Qualität erhalten und weiter entwickeln", klärte Jutta Weidenfeld auf. Bei den Besuchern der Pflanzenbörse war sie sehr gefragt. Neben Saat- und Pflanzgut gab es viele Informationen, wie die über Jahrtausende entwickelte Nutzpflanzenvielfalt künftig erhalten werden kann.

Birgit Beines und Lena Tüffers vom Naturschutzbund warben für Apfelsaft von der Nabuhof-eigenen Streuobstwiese. "Die Äpfel werden geerntet, nach Schwalmtal zur Saftpresse gebracht und kommen dann in Fünf-Liter-Packungen zurück. Man kann den Apfelsaft aus den verschiedenen Sorten hier probieren und auf dem Naturschutzhof auch kaufen", warben sie.

Und falls es Besucher gab, die die Feier zum 30-jährigen Bestehen des Hofes am Vortag verpasst hatten, gab eine Plakatausstellung, die die Erfolgsgeschichte des Naturschutzhofes Revue passieren ließ.

(ivb)