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Nettetal: "Schwer-Mobil" macht Spaß

Nettetal : "Schwer-Mobil" macht Spaß

Die DJK Leuth bietet im dritten Jahr die Aktion des Kreissportbundes mit Sport, Spiel und Spaß für Kinder mit Gewichtsproblemen an. Helmut Kummerscheid und Julia Reese haben in dieser Zeit viele Erfahrungen gesammelt.

Simone, Chris und Jill sind außer Atem. Sie schnappen nach Luft, ihre Wangen sind vor lauter Anstrengung gerötet. "Ich habe gerade zwölfmal den Parcours geschafft", verkündet Simone und setzt sich ausgepumpt auf die Bank an der Seite der Turnhalle. Übungsleiter Helmut Kummscheid schaut zufrieden seinen jungen Schützlingen zu. "Die Kinder haben sich wieder viel bewegt", sagt er dann anerkennend.

Der Übungsleiter der Sportfreunde hat nicht nur eine Trainer-Lizenz erworben, sondern er hat zusätzlich eine Ausbildung gemacht. Sie befähigt ihn, Programme zur Prävention auszuarbeiten und zu begleiten. Bei den Sportfreunden Leuth leitete er seit drei Jahren die "schwer-mobil-Gruppe". Das ist ein Angebot des Kreissportbundes, das sich ausschließlich an übergewichtige Mädchen und Jungen richtet. Es will erreichen, dass sie sich mehr bewegen und Spaß am Sport bekommen. Denn gerade übergewichtige Kinder haben häufig Probleme, im Sport mit anderen Kindern mitzuhalten. Sie sind nicht selten Außenseiter.

Die Freude am Sport haben Jill, Chris und Simone bereits entdeckt. "Wir bieten seit drei Jahren in unserem Verein eine schwer-mobil-Gruppe an. Aber in diesem Jahr haben sich statt der zehn Kinder in den Vorjahren nicht mehr ganz so viele Mädchen und Jungen angemeldet", berichtet Julia Reese. Sie ist Erzieherin und koordiniert die Jugendarbeit des Sportvereins sowie den Schwerpunkt dieses Aktionsprogramms.

Helmut Kummscheid spornt die Kinder erneut an. Sie sollen im Parcours, den er aufgebaut hat, rückwärts über den schmalen Holm einer Bank gehen. "Nicht so schnell, die Arme ausbreiten und das Gleichgewicht halten", mahnt er. Denn bei dieser Übung kommt es nicht auf Schnelligkeit, sondern vielmehr auf die Koordination und das Gleichgewicht an. Jill purzelt prompt auf der Hälfte der Strecke vom Holm. "Noch einmal von vorne", kommandiert Helmut Kumerscheid.

"Da kennt er kein Pardon", schmunzelt Vereinsvorsitzender Rainer Lutz, der das Treiben in der schwer-mobil-Gruppe interessiert beobachtet. Nach einigen gescheiterten Versuchen hat Jill heraus, wie sie durchkommt. Sie hält mit dem Armen die Balance. "Das geht ja einfach", sagt sie später. Auch das Spiel mit dem Ball, der mit Hilfe der Füße in einen Kasten gelegt werden muss, klappt hervorragend. Zum Abschluss ist noch einmal Laufen angesagt. Simone, Jill und Chris laufen im Slalom zwischen Turnkästen hindurch und springen vom Kasten aus auf einen größeren Turnbock.

"Die Eltern müssen bei dem Programm des Kreissportbundes mitziehen", sagt Julia Reese, "70 Prozent der Kosten übernimmt sogar die Krankenkasse", fügt sie hinzu. "Bei uns steht wirklich die reine Freude an Bewegung im Vordergrund. Bei uns werden die Kinder nämlich nicht gewogen, eine Waage gibt es nicht", lacht Helmut Kummscheid.

(ivb)