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Nettetal: Schüler machen Zeitung

Nettetal : Schüler machen Zeitung

Zehn Mädchen und Jungen treffen sich einmal in der Woche im Medienraum der Gemeinschaftsgrundschule Lobberich, um an ihren Texten zu arbeiten. Daraus wollen sie eine eigene Zeitung erstellen.

Eifrig stecken die zehn Dritt- und Viertklässler ihre Köpfe zusammen und diskutieren über das, was vor ihnen liegt: Texte, die sie selbst verfasst haben. Texte, aus denen mal eine Zeitung zusammengestellt werden soll. Für die meisten Kinder ist es eine neue Erfahrung, einen Text nicht einfach runterzuschreiben und dann abzugeben, sondern mit ihren Mitschülern darüber zu diskutieren, sich kritisieren zu lassen und das Geschriebene noch einmal zu überarbeiten. Denn die Teilnehmer der Zeitungs-AG der Gemeinschaftsgrundschule Lobberich gehören zu den Leistungsstarken ihrer Klassen.

Referendarin Katharina Pavlovic hat die Zeitungs-AG im vergangenen Jahr ins Leben gerufen und verfasst derzeit ihre Staatsarbeit zu diesem Thema. Dabei hat sie festgestellt: "Es gibt viel Literatur über die Zeitungsanalyse, aber darüber, wie Kinder selbst eine Zeitung erstellen, gibt es recht wenig." Entsprechend gut kam ihre Idee, eine Zeitungs-AG zu gründen, bei der Schulleitung an, und auch die Kinder, die gezielt von ihren Lehrern angesprochen wurden, sagten sofort Ja – und das, obwohl sie jetzt mittwochs eine Stunde länger in der Schule bleiben müssen.

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Umfrage unter Mitschülern

Die Zeitung soll für einen einen Euro verkauft werden. Um Käufer zu finden, haben die Mädchen und Jungen bei ihren Mitschülern eine Umfrage gemacht, um herauszufinden, was sie interessiert. Nun soll es neben einer Witze-und-Rätsel-Seite etwa Berichte über Tiere und die Klassenfahrt geben. Über das Internet und in der Bücherecke des Medienraums der Schule kommen die Kinder an ihre Informationen. "Damit sie nicht einfach abschreiben, ist die Zeit so begrenzt, dass sie nur die wichtigsten Stichworte herausschreiben können", erklärt die 25-jährige Referendarin. Informationsrecherche und -verarbeitung sind für die weitere Schullaufbahn wichtige Qualifikationen, die die Kinder durch den Besuch der AG erwerben sollen.

Mindestens genauso wichtig ist es aber auch, den Schülern zu vermitteln, dass auch Erwachsene einen Text nicht auf Anhieb durchformulieren, sondern ihn immer wieder kontrollieren und korrigieren. Daher gibt es die Schreibkonferenz, in der die Kinder über die Werke ihrer Mitschüler sprechen. "Dabei untersuchen sie etwa, ob die Texte für den Laien verständlich sind und ob es Wortwiederholungen und gleiche Satzanfänge gibt", sagt Katharina Pavlovic. Je öfter sie darüber diskutiert haben, umso häufiger achten sie beim Schreiben ihrer Texte selbst auf solche Dinge.

Selbst einmal Reporter wollen übrigens drei Kinder aus der AG werden. Die Traumjobs der anderen: Zauberer, Handballer, Fußballer, Lehrer und Ärztin.

(RP)