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Nettetal: Schüler gehen in die Tiefe

Nettetal : Schüler gehen in die Tiefe

Nettetaler Gymnasiasten untersuchten im Rahmen ihrer Schülerakademie in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken den Boden in der Nähe des Lobbericher Wasserwerks. Sie beschäftigen sich mit der Hydrogeologie.

Es sah ein wenig wie verfrühte Gartenarbeit aus, was da einige Schüler des Werner-Jaeger-Gymnasiums da ganz in der Nähe des Wasserwerks im Lobbericher Marfeld anstellten: Grasnarbe lösen und anheben, und dann ein paar Röhren in die Erde treiben. Doch legen die Gymnasiasten keinen Kleingarten an. Sie beschäftigten sich unter freiem Himmel mit einer weiteren Stufe der Schülerakademie. Diesmal ging es um Hydrogeologie, unterstützt von den Stadtwerken.

Ziel des neuen Moduls ist ein praxisnaher Einblick in die Naturwissenschaft anhand von Experimenten im Arbeitsleben. Die Schüler der 11. und 12. Klasse hatten bereits eine theoretische Einheit hinter sich gebracht. Nun standen praktische Experimente auf dem Plan. Auf dem Gelände des Wasserwerks sollten sie zum einen eine Bodenprobe mit dem Bohrstock entnehmen und zum anderen die Bodendurchlässigkeit für Wasser und damit auch für Schadstoffe ermitteln.

Wasserstand messen

Eine Gruppe begann damit, die Bodendurchlässigkeit zu ermitteln. Deswegen hoben sie die Grasnarbe ab, ehe sie zwei unterschiedlich große, etwa 30 cm hohe Ringe circa 5 cm in die Erde trieben. Anschließend füllten sie Wasser in den inneren und äußeren Ring. Mittels eines Schwimmers ermittelten die Gymnasiasten den Wasserstand im inneren Ring. Alle 30 Sekunden wurde gemessen, um am Ende mittels der gewonnenen Ergebnisse und einer Berechnung die Bodendurchlässigkeit zu erhalten.

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Für die Schüler war dies ein durchaus spannender Vorgang. "Das ist interessant, vor allem weil man mal einen praktischen Einblick in die Naturwissenschaft bekommt und nicht immer nur im Labor der Schule arbeitet. Ich bin auch gespannt aufs Krankenhaus", sagte Marcel Skibbe, während er seine Gruppenpartner beim zweiten Versuch, die Bodendurchlässigkeit zu ermitteln, beobachtete. Er war dafür zuständig, die drei Kanister Wasser in die Ringe zu schütten.

An anderer Stelle nahmen zwei weitere Schülergruppen Bodenproben auf. Dazu trieben sie einen etwa einen Meter langen, hohlen Metallstab in die Erde, den sie anschließend mittels Hebels herauszogen. Mit dem Meterstock und einer Farbskala bestimmten sie die Bodenart. Zwischendurch zeigte ein Mitarbeiter der Stadtwerke, wie er solche Bodenproben mittels Quad nimmt. Dazu bohrt er mit einer Maschine den Bohrstock in die Erde. Anschließend werden die Proben in Tüten gepackt, um später den Stickstoffgehalt des Bodens zu ermitteln.

Bei allem beobachtete Schulleiter Hartmut Esser die Schüler. Denn für sie ist diese Arbeit wichtig. "Diese Module sind erstmals relevant für das Abitur, sie ersetzen die Facharbeiten", erklärte er. Neben dem Modul mit den Stadtwerken Nettetal gibt es eines in Zusammenarbeit mit dem Netteverband über Gewässerökologie und eines am Krankenhaus Nettetal zum Thema Krebsdiagnostik und bildgebenden Verfahren. "Es gibt bereits zahlreiche Businessakademien, doch wir finden, dass der naturwissenschaftliche Bereich ebenfalls sehr Spannendes bietet", erklärte Esser die Themenwahl am WJG.

Die Sprecherin der Stadtwerke, Sigrid Rautenberger, ist überzeugt, dass die Schülerakademie außerdem die Möglichkeit bietet, Nachwuchs grundsätzlich für wissenschaftliches Arbeiten zu begeistern und zu gewinnen.

(pepp)