Schüler ermitteln für Krimi-Projekt am Werner-Jaeger-Gymnasium in Nettetal

Lobberich : Gleich dreimal Mord in der Schülerbücherei

Rund 90 Schüler der Jahrgangsstufe 9 am Werner-Jaeger-Gymnasium suchen bei „Tod in der Schülerbücherei“ den Täter. Das fächerübergreifende Projekt wird mit einer Aufführung abgeschlossen.

Irgendetwas ist anders als sonst im Werner-Jaeger-Gymnasium. Was machen drei Schülerinnen in Schutzkleidung, wie man das aus dem Fernsehen von der Spurensicherung in Krimis kennt, im Sekretariat? Diese Woche ist Krimi-Woche der neunten Klassen, ein fächerübergreifendes Projekt der Deutsch-, Kunst- und Biologie-Lehrer. „Tod in der Schülerbücherei“ ist das Ausgangsereignis, das die Schüler aus drei Klassen untersuchen müssen. Unter dem Titel „Dem Täter auf der Spur“ lösen die Schüler klassenweise den Mordfall und müssen dazu von der Spurensuche über Zeugenbefragung kriminaltechnisch aktiv werden, den Fall rekonstruieren und den Mörder überführen.

Dieses Projekt wurde am Werner-Jaeger-Gymnasium erfunden und in diesem Jahr bereits zum 15. Mal ausgerichtet. Lehrer Chris Michiels, am WJG Ansprechpartner für die Medien, hält es für einzigartig. Nur noch am Gymnasium in Korschenbroich gebe es dieses Angebot, weil es eine ehemalige Referendarin aus Nettetal dorthin mitgenommen habe.

Bisher haben die Schüler jedes Jahr noch den Mörder gefunden. Die Auflösung wird am Freitag um 11.40 Uhr präsentiert, dreimal unterschiedlich theatralisch aufgearbeitet. Für die verantwortlichen Lehrer bedeutet das Projekt jede Menge Vorbereitung. Denn alles soll schon relativ realitätsnah inszeniert sein. Und da sich die drei Klassen nicht in die Quere kommen sollen, gibt es gleich drei Tatorte, an denen die Ermittlerteams Spuren sichern sollen.

Bereits am zweiten Tag der Woche haben die Schüler herausgefunden, dass das Opfer mit einer Wodkaflasche in der Schülerbücherei erschlagen wurde. Fünf Tatverdächtige waren zu dieser Zeit vor Ort. Sie werden als Zeugen befragt, sind natürlich gebrieft und belasten sich gegenseitig. Aber es gibt ja nicht nur intelligente Fragen und die Fähigkeit, zu kombinieren. Auch Spuren am Tatort wie Fingerabdrücke, Haare, Blutflecken und Abdrucke von Schuhsohlen sind zu untersuchen.

Deutschlehrer Hanno Eckers führt zu den einzelnen Stationen. In einem Raum stellen Hannah und ihre Klassenkameraden Fragen an die Zeugin, gespielt von Caroline. Der Tote war ihr Ex-Freund. Spannend geht es im „Labor“ zu, für das die Biologie-Lehrerinnen Monja Izquierdo von Paller und Nicole Siemes jede Menge Requisiten vorbereitet haben, von der Zigaretten-Kippe über präparierte Klamotten bis zum Gipsabdruck von Schuhsohlen. Derweil sitzt eine Ermittlergruppe gerade an Mikroskopen, um die Blutgruppe der Blutspuren vom Tatort zu bestimmen. Eine andere Gruppe trägt die Ermittlungsergebnisse zusammen und wird sie in einer Zeitung tagesgenau veröffentlichen.

Der Tatort wird von den Schüler-Ermittlern auf Spuren untersucht. Foto: Heribert Brinkmann

Die Schüler sind mit viel Eifer dabei. Es geht natürlich nicht nur um die Ermittlungen, sondern auch um gruppendynamische Prozesse, um Team-Bildung. Aber auch die Lehrer haben sich mit viel Begeisterung in die Vorbereitung eingebracht. Sicherlich dürfte diese Woche  allen lange in Erinnerung bleiben.