Schreiner Guido Küppers aus Nettetal-Hinsbeck erhält NRW-Meistergründungsprämie

Hinsbeck : Hinsbecker Schreiner erhält Meistergründungsprämie

Zum 1. April hat Guido Küppers die Schreinerei von Vorgänger Heinrich van de Ven übernommen. Nun erhielt der 50-Jährige eine Starthilfe in die Selbstständigkeit.

Guido Küppers erschien es ein guter Moment, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Seit 1984 war er in der Schreinerei des Hinsbeckers Heinrich van de Ven angestellt, der 50. Geburtstag rückte näher, und der Chef liebäugelte mit dem Ruhestand. Eine Jetzt-oder-nie-Entscheidung sei es gewesen, sagt Küppers und: „Ich habe einen Betrieb mit einem guten Namen übernommen, etwas ganz neu aufzubauen, hätte ich nie gewagt.“ Für seinen Mut und sein Engagement hat er nun die Meistergründungsprämie NRW erhalten.

Küppers ist seit 25 Jahren Schreinermeister, zum 1. April hat er den Betrieb übernommen, in dem er schon mit 16 Jahren die Lehre gemacht hatte. Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hat ihm und anderen Existenzgründern aus ganz NRW vor Kurzem beim Meistertag NRW die Urkunde zur Existenzgründerprämie überreicht. Damit unterstützt die Landesregierung Nordrhein-Westfalen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung Existenzgründungen im Handwerk. „Es ist uns besonders wichtig, die Gründerszene im Handwerk zu unterstützen. Die Meistergründungsprämie ist eine tolle Starthilfe in die Selbstständigkeit“, sagte Pinkwart bei der Vergabe in Münster. „Gründerinnen und Gründer können sich bei den Handwerksorganisationen professionell beraten lassen. Das steigert die Zukunftsfähigkeit und die Chance, dass mehr neugegründete Betriebe am Markt bestehen bleiben.“ Der Meistertag NRW wird gefördert vom NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie.

Küppers begann vor gut 35 Jahren als Lehrling in van de Vens Betrieb in Hinsbeck und machte 1988 seinen Abschluss. Danach blieb er als Geselle. Zurück von der Bundeswehr erlangte er 1994 an der Abendschule seinen Meister. Als Angestellter habe er sich all die Jahre wohlgefühlt, berichtet Küppers, aber nun – wohl mindestens 15 Jahre vor der Rente – habe er sich auch die Selbstständigkeit gut vorstellen können. Allerdings: „Das ist nur möglich, wenn die Familie dahintersteht“, sagt der 50-Jährige.

So arbeitet seine Frau sogar mit ihm im Büro der Schreinerei. Die Arbeit in diesem Bereich war für Küppers selbst zunächst Neuland, aber „man wächst mit seinen Aufgaben“, sagt er und lächelt. Neu sei zudem: „Für Fehler muss man nun selbst geradestehen“, sagt Küppers. Er schätzt die Kundengespräche vor Ort, fährt dafür beispielsweise bis Düsseldorf oder Duisburg. Er fertigt Türen, Schränke, Fußböden – alles, was aus Holz ist. Zwar könne der Kunde heute viel im Internet bestellen, aber „es muss auch eingebaut werden“, sagt Küppers. Also würden viele lieber direkt auf den Fachmann setzen. Er beschäftigt fünf Angestellte, am 1. August beginnt ein neuer Auszubildender, am 1. September ein neuer Geselle.

Zwar ist es noch eine Weile hin, aber Sorgen um seine Nachfolge muss sich Küppers nicht machen. Einer seiner zwei Söhne macht eine Tischlerlehre und ist „potenziell Nachwuchs“, wie der Vater sagt.

(emy)
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