Nettetal: Schöner Wohnen in der Grünen Lunge

Nettetal : Schöner Wohnen in der Grünen Lunge

Mehr als 80 Bürger ließen sich das Plankonzept für Longlife und Niedieck erläutern. Es gab viel Zustimmung.

"Kompliment, eine sehr gute Planung", lobte ein Besucher der vorgezogenen Bürgeranhörung im Rathaus die planerischen Vorstellungen für die Industriebrachen Niedieck und Longlife. Nur in wenigen Details äußerten einige der mehr als 80 Besucher Bedenken. Intensivere Fragen stellten ein paar Bürger sogar mehr zu planerischen Möglichkeiten in der unmittelbaren Nachbarschaft der beiden früheren Textilwerke.

Die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche hatte eingangs die Bürger ermuntert, sich nicht nur an diesem Abend zur Planung zu äußern. Die Planer im Haus stünden in den kommenden zwei Wochen mit allen Unterlagen bei Fragen und Anregungen zur Verfügung. Der Planungsprozess werde noch eine ganze Weile andauern. Auch da hätten die Bürger immer wieder Gelegenheit, Vorschläge zu machen und sich zu informieren.

Stefan Hartlock vom Büro Scheuvens und Wachten stellte das Konzept vor. Erarbeitet wurde es unter Beteiligung aller Flächenbesitzer, einiger Fachbüros und der Stadtverwaltung. Zwischen 300 und 350 Wohneinheiten können auf beiden Flächen entstehen. Das Niedieck-Areal wird komplett abgeräumt und saniert. Anwohner der Färberstraße sehen den Arbeiten mit Skepsis entgegen. Sie fürchten, dass ihre Häuser durch schweres Gerät beschädigt werden. Die Stadt werde den Kontakt zur verantwortlichen Firma gerne herstellen, sagte Fritzsche. Die Frage, ob vorher gutachterlich ein Beweissicherungsverfahren eingeleitet werde, konnte sie nicht beantworten. "Die Stadt macht das beispielsweise im Straßenbau, aber ich kann nicht für private Unternehmen sprechen", sagte sie.

Beide Areale, die demnächst im weiteren Verfahren getrennt werden (hier Longlife, da Niedieck) werden künftig in Wohngebiete umgewandelt, die von viel Grün durchzogen sind. Entlang der Oberen Färberstraße wird die dort bereits vorhandene Mischung aus Wohnen und Gewerbe aufgenommen. Die "Weiße Halle" dort kann jedoch nicht überplant werden. Sie steht unter Insolvenzverwaltung und wird weiterhin wirtschaftlich genutzt. Die Stadt hat darauf keinen Zugriff. Das gilt auch für Flächen im Umfeld des Lidl-Marktes, die ebenfalls nicht mehr zum Planentwurf gehören.

Zwiespältig nahmen einige Besucher den Vorschlag auf, an der Niedieckstraße entlang einen geschlossenen Gebäuderiegel zu planen. Die Sorge, er könnte zu wuchtig werden, versuchte Stefan Hartlock vom Büro Scheuvens und Wachten zu zerstreuen. Die gesamte Niedieckstraße sei geprägt von einer geschlossenen Bebauung, den wuchtigen Verwaltungsbau von Niedieck wolle man aber nicht aufnehmen.

Keinen Widerspruch gab es zum Plan für die Verkehrsführung. In das Niedieckgelände führt etwa in Höhe des Longlife-Parkplatzes eine Erschließungsstraße hinein. Rechts und links können mehrgeschossige Wohnhäuser errichtet werden. Die Straße öffnet sich nach einigen Metern zu einem Platz. "Der Platz dient der Begegnung. Vielleicht sind Einzelhandel und Gastronomie anzusiedeln", sagte Hartlock. Bedenken, die erforderlichen Stellplätze könnten nicht geschaffen werden, hat er nicht. "Wir wollen das Gebiet nicht um jeden Preis verdichten, eher wird weniger gebaut", warf Susanne Fritzsche ein. Die Obere und die Färberstraße werden nur für Fußgänger und Radfahrer verbunden. Nach Süden führen vier Stichstraßen, an denen Einfamilienhäuser mit Gärten gebaut werden können.

Sie enden am Park an der Südseite, der mit den zahlreichen, als Naturdenkmal geschützten Bäumen in das Konzept eingebunden wird. Der Übergang zum Zentralparkplatz, der geordnete und grüner gestaltet wird, wäre gesichert. FRAGE DES TAGES

(RP/rl)
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