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Nettetal: "Schnuffel" gerät in Seenot

Nettetal : "Schnuffel" gerät in Seenot

Die Tauchergruppe der Nettetaler Feuerwehr verhinderte am Sonntagabend, dass ein zu weit auf das Glabbacher Bruch hinaus geschwommener Hund ertrank. Zuschauer klatschten begeistert Beifall für die Rettungsaktion.

Der sonntägliche Abendspaziergang an den Krickenbecker Seen endete für Hund "Schnuffel" in der Praxis eines Tierarztes. Dass es überhaupt noch lebend bis dahin kam, hat das Tier der Nettetaler Feuerwehr zu verdanken. Die holte den Hund mit einem Boot aus dem Glabbacher Bruch. Der Vierbeiner hatte, zum Entsetzen seiner Halterin, seine eigenen Kräfte vollkommen falsch eingeschätzt und drohte zu ertrinken.

Die Besitzerin des Hundes hatte am Sonntag gegen 19 Uhr "Schnuffel" am Ufer des Glabbacher Bruchs von der Leine gelassen. Das Tier nutzte die Chance, eine nasse Abkühlung im See zu nehmen und glitt ins Wasser. Das gefiel dem Hund offensichtlich so gut, dass er sich schwimmend immer weiter entfernte.

Schließlich hatte er die Mitte des Sees erreicht, die Besitzerin stand hilflos und immer unruhiger werdend am Ufer. Aber "Schnuffel" war durch Rufe nicht mehr zu bewegen zurückzukehren. Allmählich verließen den Hund aber die Kräfte. Es war ersichtlich, dass er das Ufer nicht mehr allein erreichen würde.

Nass, aber wohlbehalten

Ohne menschliche Hilfe wäre der Hund vermutlich ertrunken. Die Feuerwehr wurde alarmiert, die sofort Kräfte der Löschzüge Hinsbeck und Lobberich zum See schickte. Zum Glück für Tier und Besitzerin gehört zur Lobbericher Feuerwehr die Tauchergruppe, die ihr Boot zu Wasser ließ und den vollkommen erschöpften Hund schließlich ans rettende Ufer brachte.

Die Wehrleute übergaben "Schnuffel" nass, aber wohlbehalten in die Hände der Besitzerin. Sie sei sichtlich erleichtert gewesen, ihren Liebling wieder in den Armen halten zu können, berichtet Feuerwehrsprecher Heussen. Inzwischen hatte sich eine größere Zahl von Zuschauern angesammelt, die dem Einsatz herzlichen Applaus spendeten. Der Einsatz dauerte nach Angaben der Feuerwehr eine Stunde. Beteiligt gewesen seien 26 Einsatzkräfte mit sieben Fahrzeugen.

Ob die Hundebesitzerin, die anschließend "Schnuffel" zum Tierarzt brachte, für den Einsatz zur Kasse gebeten wird, ist unwahrscheinlich. "Sie hat nicht gegen das Nettetaler Ortsrecht verstoßen, als sie den Hund von der Leine ließ", erklärte gestern Verwaltungssprecher Arndt Venten. Das Ordnungsamt werde den Einsatzbericht aber prüfen. Dann werde die Stadt entscheiden, ob sie Regressforderungen wegen des Personal- und Sacheinsatzes stellt. Damit sei aber kaum zu rechnen.

Anders sieht die Rechtslage beim Kreis Viersen aus. Nach den Bestimmungen des Landschaftsplanes — Krickenbeck ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen — darf kein Hund von der Leine gelassen werden. Man unterlasse es üblicherweise aber, Hundebesitzer zu verfolgen, so die Auskunft aus dem Kreishaus an die Stadt Nettetal. Wie hoch die Kosten des Feuerwehr-Einsatzes sind, ist im Augenblick nicht zu sagen.

(RP/rl/jco)