Nettetal: Schaager Wehr kann im Mai einziehen

Nettetal : Schaager Wehr kann im Mai einziehen

Eine neue Wache für die Schaager Wehr

Die Stadt investierte 840.000 Euro in den Bau des neuen Gerätehauses an der Kindter Straße. Planungsamt und Löschzug haben das Gebäude gemeinsam entworfen. Einzigartig sind die einsehbaren Rolltore

Das neue Feuerwehrgerätehaus für den Löschzug Schaag ist selbst für Autofahrer auf der Kindter Straße kaum zu übersehen: Signalrot leuchtet der Besprechungsraum, der leicht versetzt zum übrigen Gebäudekörper angeordnet ist. Heinz-Willi Lehnen, Löschzugführer in Schaag und stellvertretender Leiter der Gesamtwehr in Nettetal, ist besonders stolz auf die vier Meter hohen Rolltore. Beim Rundgang durch den Bau lässt sich Lehnen auch nicht lange bitten und drückt auf den Knopf, der eines der drei Tore sanft nach oben gleiten lässt: "Diese Tore, die bis zum Boden einsehbar sind, haben wir uns bewusst ausgesucht", sagt er. Sie sind die Schaufenster der Wehr, geben den Blick frei auf die beiden Fahrzeuge des Löschzugs. "Und sollten wir einmal ein drittes Fahrzeug bekommen, wäre dafür in der knapp 200 Quadratmeter großen Halle auch noch Platz", meint der Löschzugführer.

200 Quadratmeter ist allein die neue Halle mit Werkstatt groß - genauso groß wie das gesamte bisherige Feuerwehrgerätehaus an der Hans-Herbert-Rösges-Straße 7, das aus den 1950er-Jahren stammt. Inzwischen ist der Löschzug Schaag gewachsen - sowohl um Personal, als auch um Ausrüstung, so dass der alte Bau längst zu klein geworden ist und nicht mehr den aktuellen Anforderungen genügt. Von Feuerwehrmännern, die sich vorm Ausrücken in der Gerätehalle umziehen müssen, kann Heinz-Willi Lehnen ebenso berichten wie von Waschbecken, in denen sowohl die Kaffeetassen nach Veranstaltungen als auch die Sägen nach einem Einsatz abgespült werden.

Insgesamt 840.000 Euro hat die Stadt Nettetal allein in den Bau der neuen Feuerwache für den Löschzug Schaag investiert, 35.000 Euro wurden für die Planung ausgegeben. Das Grundstück hat die Pfarre an die Stadt verkauft. Noch im Jahr 1945 waren in einem benachbarten Bauernhof Bomben niedergegangen, doch der Kampfmittelräumdienst fand nichts.

"Wir konnten unsere Wünsche bei der Planung miteinbringen", sagt Heinz-Willi Lehnen zufrieden. Zum einen sollten die Wege möglichst kurz gehalten werden, zum anderen sollte der Platz sinnvoll aufgeteilt werden. Auffälligster Gebäudeteil in Feuerwehrrot ist der 52 Quadratmeter große Schulungsraum. "Endlich haben wir genügend Platz", sagt der Löschzugführer. Neben einer großen Umkleide mit Sanitärbereich für Herren gibt es auch eine kleinere für Frauen, ein Büro (zehn Quadratmeter) für den Löschzugführer, ein Besucher-WC sowie die Halle mit Pumpenprüfstation und Werkstatt (17 Quadratmeter). "Wir haben viel in Eigenleistung gemacht", sagt Lehnen.

Für die Nachbarn wichtig, die den Verlust von Parkplätzen durch den Neubau gefürchtet und kritisiert hatten: Neben 17 Parkplätzen für die Feuerwehr gibt es weitere 19 für die Besucher von Sportverstaltungen und des Friedhofs.

(busch)
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