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Rio-Reiser-Hommage in der Nettetaler Werner-Jaeger-Halle

Aufführung in der Jaeger-Halle : Trotz Patzern - gute Reiser-Hommage

Minutenlanger Beifall, Standing Ovations, Zugaben: Die Aufführung „Rio Reiser – Wann, wenn nicht jetzt?“ des Rheinischen Landestheaters Neuss am Montag in der Werner-Jaeger-Halle war eine gelungene musikalische Revue - trotz mancher Schwächen.

„Macht kaputt, was euch kaputt macht“: Der Hit von Reiser und seiner Anarcho-Band „Ton Steine Scherben“ standen im Mittelpunkt des fast zweistündigen Liederabends ohne Pause. Doch: „Alles Lüge“, so ein weiterer Song. Die Band zerbrach, übrig blieb Solist Reiser als Sänger, Komponist, Schauspieler, der den Linken als Verräter galt und vielen Bürgerlichen suspekt blieb: Der „König von Deutschland“, ein Reiser-Hit und Titel seiner Autobiographie, starb 1996 mit 46 Jahren.

Vier Darsteller erzählten, spielten, sangen abwechselnd von Reisers inneren Zerrissenheit, sparten seine poetische Ader indes weitgehend aus. Bei kleinen Pannen wie umkippenden Lautsprechern, verpatzten Gesangseinsätzen oder zerrissenem Vorhang vor der Band, die klasse spielte, improvisierten die Akteure humorvoll, begeisterten die weniger als hundert Zuschauer umso mehr.

(jobu)