Nettetal: Resolution an Ramsauer

Nettetal: Resolution an Ramsauer

Der Bundesverkehrsminister besucht im November die Region. Nettetals Stadtrat drängt vehement auf den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Kaldenkirchen und Dülken. Er hätte auch Lärmschutz zur Folge.

Allein von Venlo aus machen sich jährlich mehr als 10 000 Lkw auf den Weg, die bis oben hin mit Tomaten beladen sind. Ihr Ziel ist der Großraum Mailand und Turin in Norditalien. Wenn der Greenport nach dem Ende der Floriade in einem Jahr mit Macht ausgebaut wird, werden noch mehr Güter nur aus dem Raum Venlo bei Nettetal über die Grenze gebracht werden.

Das müsste Verkehrsminister Peter Raumsauer (CSU) bald um den Schlaf bringen. Denn die Lastwagen verpesten und verstopfen auch die Transitstrecken in Bayern. Im NRW-Verkehrsausschuss warfen Politiker der SPD, der Grünen und der FDP kürzlich der Verkehrspolitik des Bundes vor, seit Jahrzehnten nur die Süd-Nord-Achse zu fördern. Bayern und Baden-Württemberg würden mit deutschen Häfen an Nord- und Ostsee verbunden. Die West-Ost-Tangente vom Benelux-Raum durch NRW nach Osteuropa verkümmere dagegen.

Wenn Ramsauer dem Süden etwas Gutes tun möchte, muss er den Ausbau der bisher eingleisigen Strecke Kaldenkirchen-Dülken fördern und den Engpass Rheydt-Odenkirchen beseitigen. Der Rat der Stadt Nettetal hat dazu eine Resolution verabschiedet, die Ramsauer auf seinen Besuch der Region im November vorbereiten soll. Das gesamte Ausbaupaket wird mit knapp 50 Mio. Euro beziffert.

Der Stau auf der Schiene (und auf den Fernstraßen) könnte nachhaltig aufgelöst und die Mobilität einer ganzen Region deutlich verbessert werden. Schöner Nebeneffekt für die Bürger an den Schienenstrecken: Sie bekämen den Lärmschutz frei Haus, weil er mit dem Neubau dieser Qualität zwingend verbunden wird.

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Die Nettetaler sind sauer, dass in Berlin immer noch mit veralteten Konzepten und noch älteren Annahmen hantiert wird. In der Kosten-Nutzen-Relation, die dort für den Streckenabschnitt kursiert, sind Güter- und Fernverkehr kurioserweise mit der Viersener Kurve verknüpft. Unterstellt wird auch, dass die Chimäre Eiserner Rhein zeitnah verwirklicht wird.

Dagegen ist bis Berlin nicht durchgedrungen, dass die Strecke für den Nahverkehr im Raum Düsseldorf/Venlo erheblich an Bedeutung gewonnen hat und dass die Fernverbindung Eindhoven-Düsseldorf (mit Verlängerung nach Den Haag) intensiv vorangetrieben wird.

Nach einer frischen Studie des Institutes für Verkehrswirtschaft in Münster ist das dichteste Verkehrsnetz in Europa (NRW und Benelux-Raum) an Kapazitätsgrenzen angelangt. Ursachen sind Überlastungen durch Infrastruktur- und Kapazitätsbeeinträchtigungen.

Übersetzt heißt das: Die Wirtschaft wird erheblichen Schaden nehmen, wenn diese Bremsen nicht endlich verschwinden. Auch der Süden Deutschlands wird sonst im Verkehr ersticken.

(RP)
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