Nettetal: Rennschwein Rudi Rüssel

Nettetal: Rennschwein Rudi Rüssel

Beim Ferkesmarkt am letzten Oktoberwochenende in Lobberich rennen fünf Ferkel um die Wette. Sie bereiten sich auf dem Hof Wolfers in Bocholt auf die flotte Runde um den "Wenkbüll" vor. Renntrainer ist Jan Wolfers.

Bundestrainer Jogi Löw fuhr mit der deutschen Fußballnational-Elf zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft nach Sardinien ins Trainingslager. Für Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre war ein Fünf-Sterne-Tempel in Rottach-Egern am Tegernsee Ziel der Vorbereitungen zur laufenden Bundesliga-Saison. Die Lobbericher Ferkel Miss Piggy, Rudi Rüssel, Schweinchen Babe, Willi Würsti und Oink bereiten sich auf das "große" Ferkelrennen beim Ferkesmarkt in luftiger niederrheinischer Höhe vor.

Der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Wolfers im Lobbericher Bocholt ist Ort des Höhentrainings, das den Dopingregeln im Schweinerennsport entspricht. Weder die Sonneninsel Sardinien noch die bayerische Bergluft wurden als geeignet erachtet. Denn hier erwartet sie die gewohnte schweinische Verpflegung und deftiger "Lobbricker-Wenk". Jan Wolfers, "Ferkeltrainer" und Co-Trainer der Lobbericher Landjugend, will die fünf Teilnehmer des diesjährigen Wettlaufs auf den Schweineparcours sorgsam vorbereiten und den Athleten auf Schweinshaxen einige Tricks und Tipps vermitteln.

"Schnell sind sie sowieso. Sie müssen nur im Kreis laufen. Vor allen Dingen aber dürfen sie nicht den Startschuss verpassen", erklärt Johannes Hessen. "Schweine sind intelligent und neugierig", weiß der "Schweine-Vater", der die 13 Wochen alten Ferkel aus seinem Betrieb schon "mental" auf die große Herausforderung eingestellt hat. Seit Wochen beobachtet er die fünf kleinen Ferkel, die sich durch Fleiß, Ausdauer und Schnelligkeit aus der großen Rotte bei der Talentsichtung hervorgetan haben.

  • Ab 1. Februar 2019 : Taxifahren wird deutlich teurer

"Das sind die Richtigen", sagt er beim Blick auf das muntere Quintett. In ein paar Tagen werden sie — weder mit dem Flugzeug noch mit dem "Hessen-Bus", sondern im kleinen Schweinetransporter — auf das bäuerliche Anwesen nach Bochholt gebracht. Dort hat die Landjugend den Schweine-Parcours für das Training aufgebaut.

Miss Piggy & Co. können sich in aller Ruhe und Abgeschiedenheit auf die Marktrunde in der Ferkel-City vorbereiten. "Ferkel sind wissbegierig, sie sind neugierig. Sie wollen wissen, was passiert, wenn der Startschuss fällt und ich losrenne", sagt Johannes Hessen. Am Ende des Parcours wartet eine schweinisch gute Leckerei auf die Ferkel. "Das ist ihre Belohnung", erklärt Johannes Hessen.

Damit beim Rennen auf dem Ferkesmarkt alles klappt, stehen Jan Wolfers und seine Landjugendkollegen schon parat. Jetzt müssen nur die Ferkel noch laufen. Ob auch Jan Wolfers und sein Team den Schweine-Parcours selbst einmal getestet haben, bleibt Team-Geheimnis. Eigentlich sollten Trainer mit gutem Beispiel vorangehen und wissen, wovon sie reden. Sicher ist allerdings, dass die Besucher des Schweinerennens ihre Favoriten anfeuern werden.

(ivb)
Mehr von RP ONLINE