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Nettetal: Raumnot im Lobbericher Rathaus

Nettetal : Raumnot im Lobbericher Rathaus

Kein Platz für alle Schreibtische: Neben dem Rathaus am Doerkesplatz nutzt die Verwaltung bereits Räume der Sparkasse und der Volksbank. Eine Lösung wäre ein Neubau

Im Lobbericher Rathaus ist es zu voll. "Auszubildende und Mitarbeiter müssen sich schon mal Schreibtische teilen", erklärt Bürgermeister Christian Wagner (CDU) auf Anfrage. Unübersehbareres Zeichen für die Raumnot im 1999 errichteten Rathaus am Doerkesplatz: Die Verwaltung hat 32 Mitarbeiter ausgelagert: Jugendamt und Integrationsrat sind am Doerkesplatz 1 untergebracht, sechs Kollegen vom Fachbereich Kultur und Schule arbeiten am Doerkesplatz 3. Seit dem vergangenen Jahr hat die Verwaltung zudem für 16 Mitarbeiter Räume in der früheren Volksbank an der Niedieckstraße angemietet. Doch das alles reicht nicht mehr.

Vor knapp 18 Jahren ist die Stadt Nettetal eine öffentlich-private Partnerschaft mit der Firma Frauenrath eingegangen. Sie hat von ihr das Verwaltungsgebäude angemietet; kann es bis 2019 nutzen. Bereits im Jahr 2001 fehlte im Rathaus Platz: Deshalb wurden für das Kulturamt Räume in der Sparkasse angemietet. Weitere Büros wurden gebraucht, als die Grundsicherung eingeführt wurde. Zudem wurden die Fraktionsräume ins Sparkassengebäude verlegt. Auch Konferenzräume wurden zu Büros. "Wir haben fast alle Reserven wie Besprechungsräume oder Einzelbüros bei sensiblen Bereichen aufgegeben", schildert Christian Wagner. Dafür steckte die Stadt vor sieben Jahren bereits Kritik von der Gemeindeprüfungsanstalt ein: Sie stufte die Quadratmeterzahl pro Arbeitsplatz als "unzureichend" ein.

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Doch auch die angemieteten Räume genügen nicht mehr. Langfristig braucht die Verwaltung Platz für 45 Mitarbeiter, wenn etwa zwei Stellen besetzt werden, Azubis wieder eigene Schreibtische erhalten und auch eine Reserve von vier Räumen vorgehalten werden soll. Aktuell gibt die Verwaltung pro Jahr 98.500 für die zusätzlich angemieteten Räume in der Sparkasse und in der Volksbank aus.

Wohin also mit den Schreibtischen der Rathaus-Mitarbeiter? "Wir besitzen im Wesentlichen nur Schulen, Feuerwehrgerätehäuser und Kindergärten", so der Verwaltungschef.

Eine Möglichkeit wäre die Anmietung des Alten Rathauses am Lambertimarkt in Breyell. Für Bürgermeister Christian Wagner wäre dies ein Nachteil, weil dann die gesamte Verwaltung nicht mehr zentral an einem Ort untergebracht wäre. "Damit würden alle Vorteile der gebündelten Unterbringung an einem Standort - also kurze Wege für Bürger und Mitarbeiter - aufgegeben", meint er. Eine zweite Möglichkeit: die Erweiterung des Rathauses am Doerkesplatz. Dies sei Wagner zufolge "bautechnisch nicht möglich beziehungsweise sehr teuer".

Bleibt als dritte Alternative der Bau eines neuen Gebäudes. Ein Standort: das Gelände des neuen Bauhofes. Dort wäre ein Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 1100 Quadratmetern möglich, bis zu 70 Menschen könnten dort arbeiten. Allerdings wäre damit die gewünschte zentrale Erreichbarkeit nicht gegeben. Eine anderer Standort wäre der Parkplatz des Rathauses, ein dritter der Bereich zwischen Steegerstraße und Doerkesplatz. Dort könnten zwei unterschiedliche Gebäude entstehen, die die Verwaltung entweder anmietet oder als Eigentum erwirbt.

Der Hauptausschuss wird darüber am 29, März diskutieren.

(busch)