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Nettetal: Rathaus statt Supermarkt

Nettetal : Rathaus statt Supermarkt

Seit 1999 sitzt die Verwaltung der Stadt Nettetal in einem Gebäude auf dem Dörkesplatz in Lobberich. Eine neue Serie der RP erklärt, an wen sich Bürger mit ihren Anliegen wenden können.

Eigentlich war der Platz, auf dem das Rathaus der Stadt Nettetal steht, für einen Supermarkt vorgesehen. Doch nun gibt es am Dörkesplatz 11 in Lobberich statt Lebensmitteln unter anderem Dienstleistungen für die Bürger – und das Treiben ist nicht minder rege als in einem Konsumtempel. Immerhin arbeiten rund 350 Menschen in der Verwaltung der knapp 42 000 Einwohner zählenden Seen-Stadt. Aber was genau passiert hinter der roten Fassade? Mit welchen Anliegen kann sich der Bürger an die Mitarbeiter wenden? Genau das will eine neue Serie der RP klären, in der in den kommenden Wochen in loser Folge die für die Bürger besonders interessanten Fachbereiche und Dezernate vorgestellt werden.

200 000 Mark Ersparnis

"Erste Überlegungen zum Bau eines Rathauses entstanden 1995", erzählt Arndt Venten, Pressesprecher der Stadt. Denn die über die Stadt verteilte Verwaltung war alles andere als praktisch. Und teuer dazu: Eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ergab, dass sich durch eine Zentralisierung 200 000 Mark pro Jahr einsparen lassen sollten. Und: Mieten sollte billiger sein als selbst bauen. Nachdem der Rat 1996 zugestimmt hatte und der Auftrag an die Heinsberger Frma Frauenrath vergeben war, ging's im August 1998 mit den Bauarbeiten los. Genau ein Jahr später bezogen die Angestellten und Beamten ihre neuen Büros. 800 000 Mark Miete überwies die Stadt pro Jahr anfangs an den Eigentümer Frauenrath, heute sind es 500 000 Euro jährlich.

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Auf 4764 Quadratmetern Fläche gibt es 138 Büroräume (2440 Quadratmeter), eine Kantine, einen Ratssaal, der sich unterteilen lässt, Technik- und Putzmittelräume und viele lange Flure. Jeder Meter wird genutzt, denn das Gebäude platzt aus allen Nähten, einige Mitarbeiter des neuen Jugendamtes ziehen aus Platzmangel ins Sparkassengebäude nebenan. An eine Erweiterung des Rathauses ist aus Kostengründen derzeit nicht zu denken.

Mehr beeindruckende Zahlen: In der Poststelle werden pro Monat 8000 Briefe verschickt und jährlich 700 000 Kopien gefertigt. Würde man alle Akten, die im Archiv lagern, nebeneinander stellen, bräuchte man ein 3,7 Kilometer langes Regalbrett. "Dabei haben wir hier nur ein Teilarchiv, die meisten Akten lagern in Kempen", erzählt Jessica Giehlen, Mitarbeiterin im Büro des Bürgermeisters Christian Wagner.

Neben den Zahlen stecken jedoch vor allem Menschen hinter der Verwaltung der Stadt Nettetal. Sie erfüllen vielfältige Aufgaben, von denen die Bürger meist nicht viel mitbekommen. Da sind Selbstverwaltungsaufgaben der Stadt (wie die Bauleit- oder die Schulentwicklungsplanung oder die Wirtschaftsförderung) und Pflichtaufgaben (wie die Ordungsverwaltung oder die Bauaufsicht). Eine Reihe von Aufgaben und Menschen in der Verwaltung wird unsere Serie in den kommenden Wochen vorstellen.

(RP)