Rat Nettetal stellt 3,57 Millionen Euro für Schadstoffsanierung der Werner-Jaeger-Halle zur Verfügung

Lobberich : Rat beschließt Mittel für Schadstoffsanierung

Geplant wird für die Werner-Jaeger-Halle mit der „Worst-Case-Betrachtung“, also schlimmstenfalls bis zu 3,6 Millionen Euro.

Für die geplante Schadstoffsanierung der Werner-Jaeger-Halle in Lobberich werden im Haushalt bis zu 3,6 Millionen Euro (brutto) eingeplant. Dafür stimmten die Mitglieder des Stadtrats in ihrer Sitzung am Dienstagabend. Der Entscheidung vorausgegangen war eine Diskussion über die Spannweite bislang genannter Summen.

Der Erste Beigeordnete Michael Rauterkus hatte im Betriebsausschuss des Nettebetriebs vor gut einer Woche eine valide Zahl vorstellen wollen, weil sie bis dahin aber noch nicht vorlag, verschob er es auf die Ratssitzung. Die Fraktionen mussten die nun vorgelegte Summe von knapp 3,6 Millionen Euro zunächst verdauen. „Wir haben Schnappatmung bekommen“, sagte Renate Dyck (SPD). „Wir wissen noch nicht, wie wir damit umgehen sollen.“ Guido Gahlings (Grüne) nannte die Summe „kurzfristig und unerwartet“. Denn es herrschte Unmut darüber, dass Rauterkus in einer SPD-Fraktionsbesprechung noch am Freitag von „1,5 oder 1,6 Millionen Euro“ gesprochen habe, wie Dyck berichtete. Gahlings: „Es war ein großes Aufatmen, als 1,5 Millionen Euro genannt wurden.“ Hans-Willy Troost (FDP) äußerte Bedenken: „Wir tun uns schwer damit, dass die Summe nun über das Doppelte hinausgeht.“

Bürgermeister Christian Wagner (CDU) erläuterte, dass die Verwaltung die höhere Summe gewählt habe, weil man nicht einer einzigen Schätzung vertrauen wolle. Die „Worst-Case-Betrachtung“ stammt von einem für die Kalkulation beauftragten Gutachterbüro; die geringere Summe sei „kein Angebot, sondern eine unverbindliche Kostenschätzung eines Unternehmens“, sagte Wagner. Man rechne mit weiteren schriftlichen Angeboten; für eine valide Zahl seien drei notwendig. Wagner: „Es ist besser, die obere Zahl zu nehmen und nach unten abzusenken.“ Enthalten sind in der Kalkulation die Kosten für die Entfrachtung von PCB und Asbest.

Nach einer fünfminütigen Unterbrechung stimmte auch die SPD zu. „Die Summe ist ausreichend erklärt worden, und wir wollen ja irgendwann zu einem Ergebnis kommen“, sagte Dyck am Mittwoch.

In einem zweiten Punkt stimmten die Ratsmitglieder über finanzielle Mittel in Höhe von bis zu 200.000 Euro (brutto) für eine laut Verwaltung notwendige externe Projektsteuerung ab. Die WIN- und die Blaue-Fraktion stimmten dagegen. Die Verwaltung favorisiert diese Variante unter anderem deswegen, weil auch das Städtische Krankenhaus damit für den Erweiterungsbau positive Erfahrungen gemacht habe.

In ihrer nächsten Sitzung am 10. September wollen die Ratsmitglieder über Sanierung oder Neubau entscheiden. Dafür soll es noch eine Alternativberechnung für einen Neubau geben. Rauterkus gab zu bedenken, dass die Entfernung des Schad­stoffes PCB, der in einem Farbanstrich gefunden wurde, wegen des zwingenden rechtlichen Sanierungsauftrags dafür immer fällig werde, „egal, was mit der Halle anschließend passiert“.

(emy)
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