Nettetal: Ran an die Erdbeeren!

Nettetal: Ran an die Erdbeeren!

Rezept: So gelingt der tolle Erdbeerkuchen

Familie Heyman baut seit Generationen Spargel, Erdbeeren und Brombeeren auf ihrem Hof in Dyck an. Während die süßen Beeren auf dem Feld noch reifen müssen, läuft die Ernte im Gewächshaus auf Hochtouren

Ein süßer Duft liegt in der Luft, es ist warm und etwas stickig. "Im Gewächshaus ist jetzt Hochsaison für die Erdbeeren", sagt Walburga Heyman. 1968 habe ihr Vater mit dem Anbau von Spargel begonnen, 1970 seien Brombeeren hinzugekommen - zwei Jahre später habe es die ersten Erdbeeren vom Hof in Dyck gegeben, sagt Heyman.

"Ich bin auf dem Hof aufgewachsen", sagt Walburga Heyman. Ihr Vater begann 1968 mit dem Anbau von Spargel. Foto: Jana Bauch

In den Gärten und auf den Feldern unter freiem Himmel beginnt die große Erdbeerzeit für Hobbygärtner und Bauern erst im Juni. Im Gewächshaus hängen jedoch bereits jetzt dicke, rote Früchte an den Stauden in den Stellagen. Die Lüftung, die Temperatur, die Feuchtigkeit im Haus und in der Erde für die Stauden: Alles im 2500 Quadratmeter großen Gewächshaus wird von einem speziell programmierten Computer gesteuert. Ebenso im zweiten Gewächshaus, das 5000 Quadratmeter groß ist. Dort werden aber nicht nur Erdbeeren, sondern auch Brombeeren angebaut. "Pro Tag ernten wir knapp 1500 Kilogramm Erdbeeren aus beiden Gewächshäusern", sagt Heymann. Hinzu kommen noch rund zwei Hektar Fläche mit Folienkappen im Freiland. In einem Folienhaus werden ebenfalls Erdbeeren zusammen mit Brombeeren angebaut.

Nach Wunsch können für den Belag mehr Erdbeeren verwendet werden. Foto: Jana Bauch
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Auch wenn die Pflanzen im Gewächshaus beispielsweise vor Hagel geschützt sind, kann auch hier die Ernte Schaden nehmen. Schädlinge könnten für massive Einbußen sorgen, berichtet Heyman. Pflanzenschutzmittel setze der Betrieb aber nur in Absprache mit einem Fachmann ein: "Alle zwei Wochen kommt ein Berater von der Landwirtschaftskammer zu Besuch", sagt Heyman. "Auch für unser QS-Prüfzeichen werden wir regelmäßig kontrolliert." Dafür müssen Betriebe beispielsweise Anforderungen für den Umgang mit Spritzmitteln oder beim Arbeitsschutz erfüllen. Vergeben wird das Siegel von der QS Qualität und Sicherheit GmbH. Das Unternehmen wird getragen von Verbänden aus der Land- und Ernährungswirtschaft.

Bei der Ernte wird zwischen unterschiedlichen Qualitätsklassen der Beeren unterschieden. Große, reife Früchte mit einer schönen Form gehören zur Extraklasse. Bei Klasse I sind nur sehr geringe Formfehler und weiße Stellen zulässig. Beeren mit größeren Formfehlern, trockenen Stellen oder Dellen, die trotzdem für den Verzehr geeignet sind, werden unter anderem zu Wein verarbeitet. Gemeinsam mit einem Winzer in Rheinland-Pfalz wird aus den Nettetaler Beeren kein süßer Nachtisch, sondern Wein.

(RP)
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