Nettetal: Radweg wie auf Schienen

Nettetal: Radweg wie auf Schienen

Die frühere Bahnstrecke zwischen Kaldenkirchen und Grefrath wird zum „Kinder-Bahn-Radweg“ ausgebaut. Knapp 2 Mill. Euro kostet der Abschnitt, das Land trägt 71 Prozent. So entsteht ein kurzer Weg quer durch die Stadt.

Bereits im Sommer kommenden Jahres sollen die Räder auf dem „Alleenradweg“ zwischen Kaldenkirchen und Grefrath rollen. Das ist die 1867 eröffnete und 1990 endgültig geschlossene Bahnlinie, die ursprünglich bis Kempen reichte. Zwischen Grefrath und Kempen ist die Trasse seit vielen Jahren schon ein beliebter Radweg. Unter dem Titel „Kinder-Bahn-Radweg“ wandeln Nettetal und Grefrath jetzt das westliche Reststück um.

Stolze 1,97 Millionen Euro kostet das Projekt in Nettetal, das das Land effektiv mit 71 Prozent fördert und aus dem die Deutsche Bahn AG nicht ohne finanzielle Beteiligung entlassen wird. Im Frühjahr hatte die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche eingehende Prüfungen vor allem der kritischen Bauwerke auf der Strecke angekündigt. Das trifft den Damm, der seit dem Bau der Strecke den Wittsee in einen kleinen und einen großen See teilt, und die Autobahnbrücke im Kaldenkirchener Abschnitt.

Nettetal steuert

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Den „familienfreundlichen Radweg mit sicheren Kreuzungen“ werden Grefrath – dort fielen am Montag entsprechende politische Entscheidungen – und Nettetal ausbauen. Nettetal übernimmt absprachegemäß die Federführung. Dezernentin Susanne Fritzsche schwärmt von dem Weg, der das Zeug zum Rückgrat der touristischen Infrastruktur hat. Er führt durch landschaftlich reizvolle Gebiete an Altenhof und Kälberweide, durch den Wittsee und über den Höhenzug. Der stellt selbst für ungeübte Radfahrer oder auch Kinder keine große körperliche Herausforderung dar: „Die Neigungen sind sehr gering, weil die Bahn durch einen Einschnitt über den Höhenzug fuhr. Stärkere Steigungen hätten Züge nicht geschafft. Dadurch können demnächst auch Rollstuhlfahrer die Strecke hier oben nahezu problemlos bewältigen“, versicherte die Beigeordnete.

Touristisch ist die Strecke außerdem deswegen interessant, weil sie mitten durch die Stadt führt. In unmittelbarer Nähe liegen der Landschaftshof und der Naturschutzhof, alle Nettetaler Stadtteile sind schnell erreichbar. Das gilt auch für Ziele in Grefrath wie beispielsweise das Eissportzentrum. Wer aus größeren Entfernungen anreist, kann dies ohne Auto: Als Start und/oder Ziel bieten sich die Bahnhöfe in Kaldenkirchen und Kempen an. Schaubilder sollen an geeigneten Stellen auf landschaftliche, kultur- und wirtschaftsgeschichtliche Besonderheiten und Entwicklungen hinweisen. Innerstädtisch bildet die Strecke den kürzesten Weg zwischen Kaldenkirchen und Lobberich. Vom sicheren Schulweg profitieren vor allem Realschüler und Gymnasiasten.

„Es gibt noch eine Menge zu verhandeln“, kündigte Susanne Fritzsche an. Es geht unter anderem dabei um die Gestaltung der Grundstückspreise und um viele Detailfragen. INTERVIEW/KOMMENTAR

(RP)
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