Nettetal: Radeln ohne zu schnaufen

Nettetal: Radeln ohne zu schnaufen

Die Route für den Alleen-Radweg auf der früheren Bahnstrecke Kaldenkirchen-Grefrath steht weitgehend fest. Die Autobahnbrücke zwischen Altenhof und Kälberweide bleibt erhalten, es geht teilweise neben Gleisen weiter.

Wer mit dem Fahrrad von Nettetal nach Grefrath will, muss unweigerlich mehr oder minder Atem raubende Steigungen über die Höhen nehmen. Das ist bald vorbei. Der „Alleen-Radweg“ nimmt bereits konkrete Gestalt an. Einzelheiten erläuterte im Planungsausschuss Nettetals Technische Dezernentin Susanne Fritzsche.

Der Name des Projektes führt ein wenig in die Irre. Denn die „Alleen“, an denen Ausflügler entlang radeln werden, müssen zu einem großen Teil erst angelegt werden. Die Trasse deckt sich über weite Strecken vielmehr mit der früheren Eisenbahnlinie zwischen Kaldenkirchen und Kempen. Von Grefrath bis Kempen führt seit vielen Jahren bereits ein Radweg dort entlang, wo einst Gleise lagen. Jetzt wird die Strecke von Grefrath bis Kaldenkirchen verlängert.

Bahn behält Brücke

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Den „Einstieg“ ab Kaldenkirchen liefert an der Leuther Straße die Eisenbahnbrücke. Hier wird neben der vorhandenen Treppe eine Rampe gebaut, die auch Rollstuhlfahrer beispielsweise mühelos nehmen können. Denn der Radweg soll durchweg barrierefrei sein. Auf der früheren Strecke, die einst hunderte Bahnpendler in vollbesetzten Schienenbussen täglich in Richtung Kempen/Krefeld und zurück befuhren, überquert der Radler demnächst bequem die Autobahn 61: Die Brücke bleibt stehen und im Eigentum der Bahn-Entwicklungsgesellschaft (BEG).

Weiter geht es vorbei am alten Leuther Haltepunkt Wittsee. Die Kreisstraße 3 ist hier ein Gefahrenpunkt. Dem Ausschuss reicht es nicht, dass der Kreis das zulässige Tempo auf 70 km/h drosseln will. Mindestens 50 km/h müssten angeordnet werden, hieß es, zumal es sich um einen stark befahrenen Schulweg zwischen Lobberich und Kaldenkirchen handeln werde. Täglich pendeln etwa zweihundert Schüler hier in beide Richtungen. Das wären vierhundert Fahrten am Tag. Im weiteren Verlauf bleibt die alte Wittsee-Dammbrücke über die Nette erhalten. Erst an der Lobbericher Seite verlassen Radfahrer die Gleise, um auf einem parallelen Wirtschaftsweg zu fahren. Sicher geht es durch den im kommenden Jahr zu bauenden Kreisverkehr über die Niedieckstraße hinweg ins Loirfeld. Die B 509 wird über den Wirtschaftsweg überbrückt, die Bahnbrücke bleibt bei der BEG. Abgerissen wird die Brücke im Heidenfeld, den Radfahrern reicht an der Stelle eine Aufschüttung.

Ohne zu schnaufen geht es dann sanft „über den Berg“ an der früheren Tongrube entlang und nach Grefrath. Dort endet die Bahnstrecke an der Lobbericher Straße. Radfahrer müssen sich durch den Ort winden und stoßen erst wieder am östlichen Ortsende in Richtung Mülhausen auf den vorhandenen Bahn-Radweg.

(RP)
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