Prozess um Brandstiftung in Nettetal Angeklagter entschuldigt sich bei Polizisten

Nettetal · Im Krefelder Landgericht wurde jetzt der Prozess gegen einen 30-Jährigen fortgesetzt, dem unter anderem schwere Brandstiftung in Nettetal vorgeworfen wird. Nun sagten Polizisten aus,

 Verhandelt wird im Krefelder Landgericht.

Verhandelt wird im Krefelder Landgericht.

Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Der Angeklagte soll Mitte Juni in einem leer stehenden Bauernhof in Nettetal eine Gesichtsmaske sowie Kleidungsstücke auf den Boden geworfen und entzündet haben. Das Feuer breitete sich schnell aus, wodurch der Bauernhof vollständig abbrannte.

Der 30-Jährige hat diese Tat vermutlich im Zustand erheblich verminderter Steuerungsfähigkeit begangen, da er unter Schizophrenie leidet. Deshalb strebt die Staatsanwaltschaft die Unterbringung des Beschuldigten in der Psychiatrie an.

Neben der Brandstiftung soll der Angeklagte zudem noch eine Reihe von anderen Taten begangen haben, darunter Beleidigung, versuchte Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie Sachbeschädigung und Vandalismus. Der 30-Jährige zeigt sich geständig. Er habe zu den Tatzeitpunkten Drogen, hauptsächlich Cannabis und Amphetamine konsumiert. Die Medikamente, die ihm wegen seiner psychischen Erkrankung verschrieben worden seien, habe er nicht eingenommen. Der Beschuldigte betonte, dass er den Brand auf dem Bauernhof nicht absichtlich gelegt habe. Durch das Anzünden der Gegenstände sei ein kleines Feuer entstanden, welches er aber wieder gelöscht habe. Es sei nur ein wenig Glut übrig geblieben und er habe nicht gedacht, dass dadurch ein so großer Brand entstehen könne.

Am Mittwoch, 7. Dezmeber, dem zweiten Tag des Prozesses, sagten mehrere Zeugen aus, hauptsächlich Polizisten. Unter anderem berichteten die Beamten von einer Festnahme des jungen Mannes im August 2021. Damals hatte der Angeklagte Sperrmüll auf eine Straße geworfen und war anschließend zum Bahnhof Kaldenkirchen geflüchtet.

Dort wurde er von vier Polizisten festgenommen. „Er ließ sich nicht widerstandslos festnehmen, beleidigte uns, war allgemein aggressiv und spuckte auf den Boden“, berichtete ein 25-jähriger Beamter. Schließlich habe man den 30-Jährigen an Händen und Füßen gefesselt, ihm eine Haube angelegt und zur Polizeiwache Viersen gefahren. Nach den jeweiligen Zeugenaussagen entschuldigte sich der Mann auf der Anklagebank bei den Polizisten für sein Verhalten.

Die Verhandlung wird am 16. Dezember fortgesetzt.