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Provisorische Container werden an Kita St. Anna in Nettetal-Schaag errichtet

Schaag : Eine provisorische Kita aus 20 Containern

Der Nette-Betrieb hat den Brückentag genutzt, um Container zur Kita St. Anna in Schaag liefern zu lassen. Wegen eines Feuchtigkeitsschadens müssen 22 U3-Kinder in das Provisorium umziehen. Zum Spielplatz gibt es nun ein Tor.

Dietmar Tillmanns steht auf dem Grashügel im Außengelände der Kindertagesstätte St. Anna in Schaag, blickt über den Zaun und nickt. Auf dem städtischen Schotterplatz neben dem Kita-Gebäude entsteht an diesem Brückentag nach Fronleichnam eine provisorische Kindertageseinrichtung, und alles läuft nach Plan.

Für Tillmanns, Leitender Architekt beim Nette-Betrieb im Geschäftsbereich Immobilien, und sein Team ist dieses Projekt alles andere als alltäglich. Wegen eines Feuchtigkeitsschadens im Kita-Anbau neben der Grundschule, der erst Ende 2016 in Betrieb genommen wurde, müssen sie 22 U3-Kinder umsiedeln. In den kommenden Monaten werden die zwei Gruppen in einem Provisorium aus 20 Containern betreut. Diese bieten die gleiche Grundfläche wie sie der Anbau hat, sagt Architekt Tillmanns.

Am Freitag, als die Kita und die angrenzende Grundschule wegen des Brückentags geschlossen waren, rückten um 6.30 Uhr die ersten Lkw an, um einen nach dem anderen die Container zu liefern. Knapp zwei Stunden Fahrt hatten die Fahrer hinter sich – die Container stammen von einer Firma in Osnabrück. „Es war nicht ganz leicht, an die Containeranlage zu kommen“, berichtet Tillmanns. Es musste eine Firma gefunden werden, die eine ausreichende Zahl an Containern für mindestens sechs Monate und vor allem schnell parat hatte. „Wir hatten elf Wochen Vorlaufzeit“, sagt der Architekt. Die 22 Kinder, die eigentlich in der Kita nebenan spielen, mussten derweil kurzfristig woanders unterkommen – dank einer Ausnahmegenehmigung mit den anderen 110 Kindern der Einrichtung im Hauptgebäude auf der anderen Straßenseite.

Das klappt gut, sagte Einrichtungsleiterin Sigrid Wulf bei einem Besuch Anfang Juni. Ein Bewegungsraum im ersten Stock dient als Gruppenraum, die Bücherei als Pausenraum, der Flur als Bewegungsbaustelle. Zudem darf die Kita für ein paar Stunden pro Woche die Turnhalle der Grundschule nutzen. Damit die Kinder auch von den Containern aus direkt Zugang zum Spielgelände haben, hat der Nettebetrieb vor Kurzem ein Tor in den Zaun einsetzen lassen. „Es ist schön, wenn in solch einer Situation alles so reibungslos klappt“, sagt der Erste Beigeordnete Michael Rauterkus beim Container-Aufbau.

Am Montag sollen die Trinkwasser-, Abfluss- und Stromanschlüsse in Betrieb gehen und die Möbel aus dem Anbau desinfiziert werden, bevor Mitarbeiter einer Schreinerei sie in die Container bringen, erläutert Tillmanns. Das sei notwendig, um mögliche Schimmelsporen zu beseitigen. „Im Anbau haben wir eine geringfügige Raumluftbelastung“, sagt Tillmanns. Anfang April war festgestellt worden, dass unter der Boden­abklebung eines der Räume Feuchtigkeit eindringt. Wo die Ursache liegt, sei weiterhin unklar, sagt Tillmanns. Vermutlich vor der Sommerpause, berichtet Rauterkus, soll der Untersuchungsbericht des Sachverständigen dazu vorliegen. Dann ist auch erst absehbar, wie teuer die Sanierung wird und wer den Schaden trägt. Denn handelt es sich um einen Baumangel, kann die Stadt die Kosten an den Verursacher weiterreichen.

Tillmanns erwartet die Freigabe für Ende nächster Woche, in Absprache mit Kita-Leiterin Wulf könnten die Kinder dann am Montag darauf umziehen. „Wir hoffen, dass sie zu Weihnachten wieder im Anbau sind“, sagt Rauterkus.