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Projekt in Nettetal: Kulturhelden sollen Musikern in Corona-Krise helfen

Corona in Nettetal : Kulturhelden helfen Musikern in Krise

Das Nettetaler Bierkontor startet eine Aktion zur Unterstützung der heimischen Kulturszene. Nach der Corona-Krise sollen Konzerte organisiert werden, um gebeutelten Künstlern und Kneipen zu helfen.

Die Corona-Krise hat alles verändert. Eigentlich hätte am 14. März in der Kaldenkirchener Innenstadt wieder der Ausnahmezustand geherrscht. Das Nachtschwärmer-Kneipenfestival hätte Menschenwanderungen von Kneipe zu Kneipe, Musik, Feierstimmung, gute Laune bedeutet. Acht Kneipen hatten sich von den Organisatoren des Nettetaler Bierkontors – für ihr Projekt „Grenzgold“ waren sie einer der Gewinner des ersten Heimatpreises der Stadt Nettetal – in diesem Jahr gewinnen lassen. Und dann kam das Virus. Konzertveranstaltungen in engen Kneipen waren nicht mehr möglich. Die Kneipen wurden auch für den normalen Besuch geschlossen.

Der Kulturbranche geht es seitdem schlecht. Künstlern, Bands, Ton- und Lichttechnikern wie auch Veranstaltern fehlen Einnahmen – ein Zustand, der zum Teil existenzbedrohend ist. „So wichtig es auch ist, während der Krise Veranstaltungen im Sinne des Infektionsschutzes abzusagen, so groß muss unser Bemühen sein, das kulturelle Leben zu erhalten und zu gegebener Zeit wieder hochzufahren“, erklärt André Dückers vom Nettetaler Bierkontor die Idee zum Projekt „Kulturhelden“. Das Prinzip ist einfach: Per E-Mail bestellt man ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Kulturheld“ für 20 Euro. Mindestens 15 Euro gehen in die Finanzierung von Konzerten, die in ausgewählten Locations stattfinden sollen, sobald kulturelle Veranstaltungen wieder möglich und sinnvoll sind. Alternativ sollen die T-Shirts in einigen Kaldenkirchener Geschäften direkt gekauft werden können.

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„Wir möchten mit diesem Geld hauptberufliche Künstler buchen, die derzeit mit großen finanziellen Einbußen kämpfen“, ergänzt Mitorganisator Alexander Vitt. Und auch die Kneipen liegen dem Trio als Veranstaltungsorte am Herzen. Marcel Fritz verweist auch auf deren Probleme: „Die Kneipen mussten schließen. Alle Kosten laufen weiter, aber kein Cent kommt rein.“

Das Nettetaler Bierkontor weiß, wovon es spricht. Neben der Absage des Nachtschwärmer-Kneipenfestivals im März fehlen für dieses Jahr Umsätze aus den Märkten, auf denen das Seenstädter-Bier sonst verkauft wird. Zuletzt musste auch die Planung für die Kulturwoche auf Eis gelegt und „Grenzgold 2020“ abgesagt werden. „Das ist kein gutes Jahr für uns“, verrät Dückers. „Den hauptberuflichen Künstlern geht es aber deutlich schlechter. Sie brauchen eine Perspektive, wie es irgendwann weiter gehen kann.“

Darum holt das Bierkontor mit der T-Shirt-Aktion jeden ins Boot, der sich der Idee anschließen möchte. Mit den 20 Euro kann jeder zur Finanzierung der Bands beitragen, bekommt ein T-Shirt, hat freien Eintritt beim kommenden Nachtschwärmer-Kneipenfestival und wird „Seenstädter Kulturheld“. Wenn es gut läuft, wollen die Organisatoren im Herbst oder Winter vier oder fünf Konzerte mit freiem Eintritt in unterschiedlichen Kneipen veranstalten. So könne eine lose „Kulturheld“-Konzertreihe entstehen, erklärt Vitt. Und hoffentlich trifft man sich dann bald, kommt ins Gespräch und hört Musik wieder live.