Nettetal: Problemmüll nahe Sonnendyck

Nettetal: Problemmüll nahe Sonnendyck

Der "kleine Feigling" lag im Gras neben dem Wirtschaftsweg. Der siebenjährige Jens hob das Fläschchen auf und steckte es in den großen blauen Sack, den er mit sich trug. Darin lagen schon Getränkedosen und sogar Pfandflaschen. Die sechsjährige Janine machte auch einen Fund: "Schon wieder ein kleiner Feigling". rief sie.

Nach kurzer zeit hatten die Kinder ein gutes Dutzend kleiner Schnapsfläschchen am Wegesrand aufgesammelt. "Hier wird aber doch sehr viel getrunken", meinte ein Kind.

26 Schaager hatten sich in die Teilnehmerliste des Schaager Kreises eingetragen. Schließlich machten sich gut drei Dutzend Bürger, darunter Schüler, Lehrer und Eltern, auf zum Sammeln. Zur Stärkung gab's beim Start Schokolade und nach getaner Arbeit Getränke von Kaiser's Kaffee.

Zum vierten Mal trafen sich Schaager zur "Aktion Wirbelwind". Logistisch unterstützen sich Schaager und Breyeller gegenseitig. Heinz Huber besorgte bei der Stadt Nettetal Schutzhandschuhe, Picker und blaue Säcke, die er auch zum Verkehrsverein Breyell brachte. Der machte zum siebten Mal die Aktion und brachte Leihmaterial zurück.

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Nach vier Jahren Müllsammelns kamen Heinz Huber und sein Team zur Feststellung: "In Schaag ist nicht mehr so viel Dreck wie am Anfang." Vielleicht habe sich das Bewusstsein vieler Bürger angesichts der Aktion verändert, sinnierte Huber. Dennoch deckten die Aktiven Dinge auf, die an Umweltkriminalität grenzen. Im Waldweg zwischen Boisheimer Straße und Sonnendyck fanden sich leere Öldosen und Frostschutzmittel im Gestrüpp. Kinder krochen hinein und holten die Dosen heraus. Einige waren regelrecht versteckt worden. An anderer Stelle entdeckten Sammler Ofenruß. "Hier wird gezielt illegal problematischer Müll abgeladen", stellte Huber fest.

Der Schaager Kreis wird den Standort dem Ordnungsamt melden. Einen Anhänger mit blauen Säcken voller Unrat brachte Dieter Lehnen zum Bauhof. Es war die Ausbeute eines Samstagvormittags. Darunter befand sich übrigens auch ein kompletter, ungeöffneter Eimer mit Heringen. In Breyell engagierten sich zeitgleich auch Schulkinder, Pfadfinder, Kirchenchor, Pfarrgemeinderat Messdiener und Mitglieder im Förderverein Alter Kirchtum. Hubertine Kreuels vom Verkehrsverein freute sich, dass "immer mehr aktiv mitmachen".

Nach wenigen Stunden war ein Anhänger voller Unrat in Grünanlagen, an Bächen und Feldern aufgesammelt. Gefunden wurden Matratzen, Stühle, stapelweise Anzeigenblätter, Staubsauger, Fahrradteile, Schuhe ein Kosmetikkoffer und sogar ein Englischtest mit der Note 4. Fast alles was in die Mülltonne geworfen werden kann, wurde gefunden. Zum Schluss überraschte Bäckermeister Elmar van Bracht die Kinder mit "Berlinern aus Breyell".

(RP)