Premiere des Familienkonzerts der Kreismusikschule in der Werner-Jaeger-Halle in Nettetal-Lobberich gelingt

Lobberich : Musik mit Gebärdensprache unterlegt

Beim Familienkonzert der Kreismusikschule in der Werner-Jaeger-Halle sollten die kleinen Zuhörer nicht einfach nur stumm lauschen. Eine Musikpädagogin zeigte ihnen, wie sie ihren Bewegungsdrang mit der Musik verbinden konnten.

Beim Familienkonzert der Kreismusikschule Viersen konnte der Besucher leicht zu der Fehleinschätzung kommen, dass hier eine langjährige Tradition fortgesetzt würde. In der Werner-Jaeger-Halle in Lobberich lief alles wie am Schnürchen. Das Programm war geschickt aufgebaut, die Wechsel zwischen den Gruppen klappten reibungslos, unterschiedliche Altersgruppen sorgten für Abwechslung. Der Besucher durfte eine lange Erfahrung vermuten.

Aber so war es nicht. „Diese Art von Veranstaltung“, sagte Musikschulleiter Ralf Holtschneider, „haben wir versuchsweise zum ersten Mal durchgeführt. Natürlich freuen wir uns über das begeisterte Publikum und die ausverkaufte Halle. Wir hätten 100 Karten mehr verkaufen können.“ Die Altersstufen der Mitwirkenden reichten vom Vorschulalter bis zum Erwachsenen. Und damit wurden auch alle Generationen im Publikum angesprochen.

Spontan äußerten die Kleinsten ihre Begeisterung, mit genüsslicher Ruhe folgten Eltern und Großeltern dem Programm – sofern sie nicht damit beschäftigt waren, sich um ihre Kinder und Enkel zu kümmern. Allerdings wurde von denen auch nicht verlangt, dass sie bewegungslos zuhören sollten. Dafür sorgte eine geschickte Moderation. Julia Wernicke, eine Kölner Musikpädagogin, gab den Kindern Tipps, wie sie die Musik durch Elemente aus der Gebärdensprache ergänzen konnten. Da wurde Raum für Motorik geschaffen, der kindliche Bewegungsdrang wurde auf das Verständnis des Bühnengeschehens gelenkt.

Die Idee zu dem neue Format hatte Jasmin Garlik. Sie leitet das Bläserensemble der Musikschule, das mit Eric Hovis „Afrika-Suite“ einen munteren Beitrag lieferte. Als Rahmenthema war „Tierisches“ vorgegeben. Dazu haben sich im Laufe der Zeit viele Komponisten etwas einfallen lassen. Aus Afrika ließen die Bläser Elefanten, Reptilien und Affen musikalisch in die Werner-Jaeger-Halle kommen.

Dass Menschen das Miauen von Katzen nicht unbedingt als musikalischen Wohlklang empfinden, ist die eine Seite der Medaille. Aber zu heiterer Musik haben die beliebten Haustiere schon mehrere Komponisten angeregt. Wie Katzen sich anschleichen, vertonte Prokofjew in seinem musikalischen Märchen „Peter und der Wolf“, Carina Himmels brachte die Partie auf der Klarinette zum Klingen. Rossini ließ zwei Katzen um die Wette miauen. Fast hätte dieser musikalische Spaß ausfallen müssen, denn eine der beiden Sängerinnen war erkrankt. Aber Musiklehrerin Stefanie Kunschke sprang ein und lieferte zusammen mit Marie Agona ein herrlich witziges Duett.

Kunschke leitet auch den Kinderchor „Die Spatzen“, in dem auch schon ganz junge Mitglieder mit Freude bei der Sache sind. Auch das Publikum freute sich über die humorvollen Beiträge verschiedener Komponisten, in denen nicht nur Löwe, Känguru und Lama charakterisiert wurden, sondern auch der Gummibär, wie ihre Reaktion verriet.

Natürlich darf in einem solchen Mosaik verschiedener Tiere nicht Saint-Saëns’ Karneval der Tiere fehlen. Das Sinfonieorchester der Musikschule spielte unter der Leitung von Georg Klinkenberg mit der gewohnten Sicherheit, mehrere gute Solisten konnten sich dabei auszeichnen.

Das neue Format startete mit großem Erfolg, alles spricht für eine Fortsetzung.

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