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Nettetal: Polizei: Bürger sollen helfen

Nettetal : Polizei: Bürger sollen helfen

Die Polizei hatte sich vorgenommen, die Einbruchszahlen zu senken. Gelungen ist das bisher nicht. Nun ruft Kriminalhauptkommissar Wilhelm Schwerdtfeger die Bürger zu mehr Mithilfe auf.

Kreis Viersen In den nächsten Monaten wird es wieder sehr früh dunkel. Zeit für Besinnlichkeit, Gemütlichkeit und Romantik. "Jetzt beginnt aber auch wieder die Zeit der Einbrüche", warnt Wilhelm Schwerdtfeger von der Direktion Kriminalität der Kreispolizei.

Eine Statistik seiner Abteilung beweist: Im Schnitt gibt es im Winter rund doppelt so viele Einbrüche wie in den Sommermonaten. Im Kreis Viersen sind in diesem Jahr bisher 575 Einbrüche gemeldet worden, das sind etwa genau so viele wie 2009. "Eigentlich wollten wir die Zahlen aber verringern. Zufrieden sind wir also nicht", sagt Schwerdtfeger.

Seit zwei Jahren arbeitet die Polizei mit einem neuen Programm, das von Jürgen Berndt von der Direktion Zentrale Aufgaben entwickelt wurde. Es funktioniert im Prinzip wie die gute alte Pinnwand, auf der mit Stecknadeln die Tatorte markiert wurden. Nun aber natürlich digital. So können sich die Kollegen morgens die Brennpunkte anzeigen lassen. "Dort wird dann auch vermehrt Streife gefahren, sofern die Personalsituation das hergibt", sagt Schwerdtfeger.

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Anwesenheit vorspiegeln

Er appelliert aber vor allem an die Bürger: "Wir brauchen Hilfe, um unsere Statistik zu verbessern. Viele Bürger denken, ein Einbruch sei nicht so schlimm, denn die Versicherung zahlt ja den Verlust", bemängelt Schwerdtfeger. "Aber das Sicherheitsgefühl in meinen eigenen vier Wänden kann keine Versicherung ersetzen." Er appelliert daher an die Bürger, zwei Dinge zu tun: "Kleine Verhaltensweisen ändern und bei Abwesenheit Anwesenheit vorspiegeln." Jeder solle sich angewöhnen, die Haustür nachts von innen abzuschließen und beim Verlassen des Hauses zumindest eine Lampe brennen zu lassen.

Zudem solle jeder Bürger seine Aufmerksamkeit für Ungewöhnliches intensivieren. "Wer in einer reinen Wohngegend abends im Dunkeln Leute auf der Straße sieht, die er nicht kennt, sollte die einfach mal ansprechen", rät Schwerdtfeger.

Viele Einwohner hätten auch Hemmungen, bei Auffälligkeiten dieser Art die 110 zu wählen. "Hiermit betone ich nochmal, dass die 110 nicht nur für dringende Notfälle gedacht ist, sondern auch in diesen Situationen gern angerufen werden darf", so Schwerdtfeger.

Wer etwas in seine Sicherheit investieren möchte und ungebetenen Gästen den Eintritt erschweren will, ist eingeladen, die kostenlose Beratung der technischen Sicherheitsberater der Polizei wahrzunehmen. Die nächste Gruppenberatung mit Kriminalhauptkommissar Uwe Dethlefsen findet am Montag, 12. Dezember, um 19 Uhr im Dienstgebäude Dülken, Mühlenberg 7, statt. Anmeldungen werden unter Tel. 02162/377-1700 entgegen genommen.

(RP)