Nettetal Phosphorbombe in Baugrube

Nettetal · Bei Kabelarbeiten auf dem Schützenkamp bei Leuth stießen Arbeiter auf einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Bombe war bei einem Angriff auf den Fliegerhorst Venlo abgeworfen worden und nicht detoniert.

 Einen brisanten Fund machten Tiefbauer am Rand des Schützenkamps. Hier entdeckten sie eine Phosphorbombe, die vermutlich bei einem Angriff auf den Fliegerhorst abgeworfen worden und nicht detoniert war.

Einen brisanten Fund machten Tiefbauer am Rand des Schützenkamps. Hier entdeckten sie eine Phosphorbombe, die vermutlich bei einem Angriff auf den Fliegerhorst abgeworfen worden und nicht detoniert war.

Foto: Busch

Bei Kabelarbeiten auf dem Schützenkamp im Norden von Leuth sind Arbeiter in der vergangenen Woche auf eine britische Phosphorbombe gestoßen. Sie wurde während des Zweiten Weltkriegs bei einem Angriff auf das auf Leuther Seite befindliche sogenannte Südlager des früheren Fliegerhorstes Venlo geworfen. Fachleute des Kampfmittelräumdienstes bei der Bezirksregierung in Düsseldorf beseitigten auf Bitten der Stadt Nettetal die Gefahr.

Der Fliegerhorst war während des Krieges häufig das Ziel von Luftangriffen. Dass zahlreiche Bomben, die hier abgeworfen wurden, nicht detonierten, zeigte sich zu beginn der 1990er-Jahre, als die Stadt Venlo die Entlastungsstraße Klagenfurtlaan über die Groote Heide baute. Hier befanden sich während des Krieges die Start- und Landebahnen.

Über mehrere Monate beseitigten Spezialisten hier zahlreiche Spreng- und Brandbomben, die im Bereich der Trasse gefunden wurden. Einige mussten gleich an Ort und Stelle gesprengt werden, weil ein Abtransport zu gefährlich gewesen wäre.

Sofort 112 anrufen

Die mit Phosphor bestückten Brandbomben sind als Blindgänger auch heute noch eine Gefahr, da der Phosphor sich beim Freilegen von selbst entzündet und zum Beispiel die Ausstoßladung zur Explosion bringt. "Wer eine Bombe findet, sollte sofort die Feuerwehrleitstelle unter 112 anrufen", erklärt Nettetals Pressesprecher Arndt Venten. Die schaltet die örtliche Ordnungsbehörde ein, die wiederum den Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung in Düsseldorf benachrichtigt.

In der Regel kommen dessen Mitarbeiter innerhalb von etwa anderthalb Stunden heraus. Das Gelände ist bis dahin weiträumig abgesperrt. Sehr problematisch ist es, wenn Blindgänger in Siedlungsgebieten entdeckt werden. Dann werden sofort besondere Schutzmaßnahmen ergriffen und Gebäude notfalls evakuiert. Entlang der Bahnlinie Venlo—Viersen werden auch heute noch Blindgänger vermutet, da sie ebenfalls während des Krieges Ziel von Luftangriffen war.

Venten weist darauf hin, dass in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich bei jedem Neubauvorhaben für die Architekten die Pflicht besteht, das Baugelände nach eventuellen Blindgängern zu untersuchen. Im Planverfahren prüft allerdings auch die Bezirksregierung mitunter anhand von Kartierungen, ob das Areal gefährlich sein könnte.

Es gibt Luftaufnahmen aus der Zeit der Bombenabwürfe, die darüber Aufschluss geben. Teile des Flughafengeländes wurden in der Vergangenheit bereits auf mögliche Gefährdungen durch Kampfmittel abgesucht.

(RP/rl)
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