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Nettetal: Patienten empfehlen das Krankenhaus

Nettetal : Patienten empfehlen das Krankenhaus

In der "Weißen Liste" von AOK, Barmer und Bertelsmann-Stiftung schneidet Nettetals Hospital einmal mehr hervorragend ab. Der Uraltbau wird zurzeit modernisiert, es gibt aber weitere Ausbauplanungen.

Ob Gallen- oder Knie-Operation, Beinbruch oder Lungenentzündung — 90 Prozent der Patienten des Städtischen Krankenhauses Nettetal sind mit der ärztlichen Betreuung und der Pflege auf den Stationen so zufrieden, dass sie das Haus weiterempfehlen. Das geht aus der "Weißen Liste" hervor, die solche Daten systematisch im ganzen Bundesgebiet sammelt. So etwas beruhigt ungemein. Getreu dem Motto, dass das Krankenhaus Nettetal immer eine Baustelle ist, gibt es jetzt schon wieder neue Ausbaupläne.

Geschäftsführer Jörg Schneider teilt das Schicksal seiner Vorgänger: Er sichert das Haus, entwickelt mit dem gesamten Team neue Ideen und ist immer auch Bauherr. Im Augenblick wird der sogenannte Uraltbau modernisiert. Anfang April, so hofft Schneider, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. In dieser Woche stellt er dem Aufsichtsrat weitere Überlegungen vor, wie auf inzwischen wirklich engstem Raum ausgebaut werden könnte. Einzelheiten will er nicht sagen, das Aufsichtsgremium gehe zunächst vor, sagt er.

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Dass dabei fast nebenbei (und im Haus beinahe unbemerkt) die "Weiße Liste" Nettetals Hospital noch einmal ein beträchtliches Stück höherstufte als bisher, erfüllt ihn mit Genugtuung. Durchschnittlich liegt die Empfehlungsquote für Krankenhäuser in Deutschland bei 82 Prozent. Nettetal schnitt zuletzt mit 87 Prozent ab, jetzt haben 90 Prozent der Patienten dem Krankenhaus eine deutlich überdurchschnittliche Bewertung eingetragen. Es führt mit weitem Abstand innerhalb der Region. Nur die private Rheintorklinik in Neuss (94 Prozent) und das Elisabeth-Hospital in Meerbusch (93), eine Fachklinik, wurden noch besser bewertet.

"Das Ergebnis bestätigt unsere eigenen Umfragen, die wir alle drei Jahre unter den Patienten machen. Die Fragen gehen aber viel tiefer als die der Weißen Liste, in der letztlich nur nach der Weiterempfehlung gefragt wird", erklärt Schneider. Das Geheimnis — wenn es überhaupt eins ist — liegt darin, dass das Nettetaler Haus sich als Gesamtpaket betrachtet. "Wenn die Reinigung motiviert ist und auch die Küche richtig gutes Essen anbietet, dann ist das ein wesentlicher Anteil neben der ärztlichen und pflegerischen Leistung", erklärt er.

Aus dem Personal heraus komme immer wieder der Wunsch nach zielgerichteten Fortbildungen. Eingeübt wird beispielsweise auf Initiative der Mitarbeiter der Umgang mit schwierigen Patienten. Großen Wert legt die Pflegedienstleitung übrigens auch darauf, dass Mitarbeiter auch einmal eine Weile in einem anderen Haus arbeiten. "Sie bringen oft neue Impulse mit, was sie gut oder weniger gut dort einschätzen. Das alles sind Dinge, die uns weiterbringen", unterstreicht Schneider.

Noch könne das Krankenhaus Nettetal den Bedarf an Pflegekräften decken. "Handlungsschnelligkeit haben wir uns mit einem Pool geschaffen, der Spitzen abdeckt. Und unsere Zusammenarbeit mit Allgemeinen Krankenhaus in Viersen und Irmgardis in Süchteln in der Krankenpflegeschule zahlt sich weiterhin aus", sagt er. Aber es sei absehbar, dass die Personaldecke dünner werde. Die qualitative Auswahl sei nicht mehr so groß wie vor einigen Jahren noch. "Wir müssen uns immer wieder etwas einfallen lassen. Aber da wir alle Mitarbeiter in vielen Entscheidungen vorab informieren und auch mitnehmen, gibt es eine Atmosphäre, die Personal und Patienten sehr schätzen."

(RP)