Nettetal: Passivhalle für aktive Bürger

Nettetal: Passivhalle für aktive Bürger

Im Juni beginnt der Bau der Sporthalle in Kaldenkirchen. Die öffentlichen Ausschreibungen werden schrittweise jetzt herausgeschickt. Mit der Halle betritt die Stadt Neuland, weil sie im Passivhaus-Standard errichtet wird.

Im Sommer kommenden Jahres kann, vielleicht rechtzeitig zum Beginn des neuen Schuljahres 2011/12 wird voraussichtlich die neue Sporthalle an der Ravensstraße in Kaldenkirchen fertig sein.

Der Rat hat mit entsprechenden Beschlüssen den Weg für das 2,84 Millionen ­ teure Projekt frei gegeben. Dabei betritt die Stadt Neuland. Denn die Sporthalle wird im Passivhaus-Standard errichtet, was eine Menge Energie und Geld einspart und den Ausstoß von CO2 kräftig verringert.

Den Entwurf für die halle lieferte im Auftrag der Stadt Nettetal der Kaldenkirchener Architekt Timo Kotschate. Er musste das Objekt mehrfach umplanen, weil die Passivhaus-Technologie im laufenden verfahren eingearbeitet wurde. Um die Mehrkosten in Höhe von 480 000 ­ so gering wie möglich zu halten, speckte Kotschate auf Geheiß der Stadt einiges aus der ursprünglichen Planung ab.

Konsequente Beschränkungen

Geschadet habe es der Halle jedoch nicht, meint die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche. "Wir haben uns ganz konsequent auf eine Schul- und Vereinssporthalle beschränkt", erklärte sie gestern. Das betrifft nicht nur den Bau selbst, sondern auch klare Nutzungseinschränkungen. Um die Umgebung vor unnötigem Lärm zu schützen, muss der Betrieb vor 22 Uhr beendet und der Parkplatz um die Zeit leer sein.

Interessant ist auf jeden Fall die Passivhaus-Variante. Die Turnhalle wird mit Stahlbetonträgern errichtet. Das tragende Mauerwerk wird ergänzt um eine dicke Dämmschicht, die außen verputzt wird. Die Wandstärke beträgt so stattliche 50 Zentimeter. Fenster zum Öffnen gibt es nicht, dafür wird eine elektronisch gesteuerte Lüftung eingebaut. Damit wird ein automatischer Ausgleich der Temperatur und der Sauerstoffgehalts in der Sporthalle gewährleistet.

Die Halle selbst kann in der Mitte geteilt werden, so dass entsprechender Unterrichts- und Trainingsbetrieb möglich ist. Die Schulen haben nach Angaben von Frau Fritzsche bereits abgestimmt, welche geräte sie aus den angestammten hallen mitbringen. Im wesentlichen dürfte die neue Halle Ballsportarten vorbehalten sein.

Im Hallenboden werden möglichst weniger Löcher für die Sportgeräte eingelassen. "Einiges wird weiterhin in der Realschul-Halle oder in der kleinen Halle an der Buschstraße bleiben", bekräftigt Rudolf Ucher vom Hochbau im Nettebetrieb. Die kleine Halle wurde ohnehin erst vor zwei Jahren aufwändig saniert, und auch die Halle an der Grenzwaldstraße bleibt dem Sportbetrieb erhalten.

In der neuen Sporthalle finden annähernd 200 Zuschauer auf der Tribüne im Obergeschoss Platz. Auch hier hat die Stadt Zahlen beschränkt, um nicht mit der Versammlungsstätten-Verordnung zu kollidieren. FRAGE DES TAGES

(RP)