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Nettetal: Ortstermin an der Niedieckstraße

Nettetal : Ortstermin an der Niedieckstraße

Die an der Sanierung der Niedieckstraße in Lobberich beteiligten Behörden, Institutionen und Unternehmen bemühen sich, die Belastungen für Anwohner zu verringern. Unter den Augen der Politik gibt es Lösungsvorschläge.

Jacky Kampe wunderte sich. "Gibt es hier denn keinen Baustellen-Koordinator?" fragte der Viersener Kreistagsabgeordnete. Nein, den gibt es nicht, man spricht sich ab und löst bisher immer so auftretende Probleme. Aber einen Ansprechpartner, der "den Hut auf" hat und eine Art Baustellenmanagement betreibt, gibt es für die Baustelle in der Niedieckstraße nicht. Christian Böker, der stellvertretende Leiter des zuständigen Amtes in der Kreisverwaltung, sicherte allerdings zu, er sei bereit, in allen zentralen Fragen ansprechbar zu sein und die Koordination zu übernehmen.

Die insgesamt 840 Meter lange Großbaustelle, die in vier Abschnitte aufgeteilt ist, steht bisher unter keinem günstigen Stern. Vom Kreisverkehr am Stern in der Innenstadt ausgehend, werden die Fahrbahn, Ver- und Entsorgungsleitungen und die Gehwege erneuert. Der erste Bauabschnitt bis zur Elisabethstraße ist zeitlich erheblich in Verzug geraten. Das hundert Meter lange Teilstück sollte in fünf Wochen saniert werden, Ende April waren daraus 14 Wochen geworden. Man war "von der großen Zahl der Hausanschlüsse" überrascht worden.

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Es nimmt kein Wunder, dass Privat- und Geschäftsleute auf der Straße zunächst nervös, dann unruhig und schließlich verärgert reagierten. Herbe Umsatzeinbußen, gepaart mit Unbequemlichkeiten beim Erreichen von Grundstücken ließen sich auf Dauer nicht beschwichtigen. Schon in der Nette-Runde des Bürgermeisters und einen Tag später im Ortsausschuss der CDU entlud sich Frust. Man fühle sich nicht ernst genommen, werde belächelt und habe kein Vertrauen in Kreis, Stadt, Stadtwerken und beauftragten Unternehmen.

Nägel mit Köpfen machte jetzt die Deckers Malerwerkstätten GmbH. Karl-Heinz Deckers und seine Frau Janine Beutler-Deckers hegen die Befürchtung, demnächst von der Außenwelt komplett abgeschnitten zu werden. Das Unternehmen liegt am Ende der Baustelle, kurz vor der Einmündung Rosental. Es kann nur von der Niedieckstraße aus bedient werden.

"Wir können es uns nicht leisten, auch nur einen Tag von der Außenwelt abgeschnitten zu werden", sagten beide bei einem Ortstermin am Dienstagnachmittag. Vertreter des Kreises, des Nettebetriebs (Abwasser und Tiefbau) sowie der Stadtwerke diskutierten Lösungen. Aufgeboten hatten Deckers den Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, Marc Peters, Kreistags- und Ratsmitglieder und Ortsvorsteher Harald Post.

Christian Böker erläuterte zunächst, dass der Kreis zwar mit der Fahrbahnsanierung den Anlass für die Baustelle gibt, aber die Stadt und die Stadtwerke sich dann mit ihren Sanierungsvorhaben eingeklinkt hatten. Jeder habe eigenverantwortlich für sich geplant, unterstrich Böker, der versicherte, im Vorfeld hätten alle Beteiligten überlegt, wie sie Zufahrten und Zugänge von Geschäften und Gewerbetreibenden möglichst lange frei halten könnten.

Bei Deckers dürfte der Gordische Knoten durchgehackt sein. Peter Funken vom Nettebetrieb (Bereich Abwasser) sicherte zu, dass die 20 Meter lange Grube zur Kanalerneuerung vor der Zufahrt des Unternehmens freitags und samstags geöffnet und bis montags wieder geschlossen werde. Man einigte sich darauf, die Hecken rechts und links wegzunehmen und so eine höhere Flexibilität zu erzielen.

Deckers hatte zuvor darauf hingewiesen, dass er und seine 15 Mitarbeiter täglich mit Material beliefert werden, häufig handele es sich um sehr schwere Lasten (Bodenbeläge). Das Unternehmen könne es sich nicht leisten, von der Außenwelt abgeschnitten zu werden. Nach dem Zeitplan wird die Baustelle gegen Jahresende den Betrieb erreichen.

(RP)