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Nettetal: Ordnungsamt kontrolliert nur auf Zuruf in Wohngebieten

Nettetal : Ordnungsamt kontrolliert nur auf Zuruf in Wohngebieten

Kleine Verkehrssündern bestraft das Ordnungsamt sofort - wenn es denn davon erfährt: "Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben kaum die Zeit, gezielt in Wohngebieten zu kontrollieren, zum Beispiel, ob falsch geparkt wird", erklärte Stadtsprecher Jan van der Velden. Wenn allerdings Bürger der Stadt Vergehen melden, dann rücken die Mitarbeiter des Ordnungsamtes aus. Das musste jetzt ein Falschparker in Lobberich erfahren, der ein Knöllchen erhielt: Weil er mutmaßte, städtische Mitarbeiter gingen in konzertierten Aktionen gegen ansonsten unbescholtene Bürger vor, stellte die Stadt auf Nachfrage klar, wann und wo sie überhaupt kontrolliere und Strafzettel verteile.

15 Euro musste der Anwohner des Caudebec-Rings berappen, weil er sein Auto gegen die Fahrtrichtung parkte. Der Bürger empörte sich, verwies aufs "Gewohnheitsrecht": Wie einige seiner Nachbarn parke er schon jahrelang so, um umständliches Rangieren und damit unnötigen Benzinverbrauch zu vermeiden. In dem Fall allerdings, hieß es aus dem Rathaus, sei die Falschparkerei von Nachbarn angezeigt worden, deshalb habe das Ordnungsamt kontrolliert und eben Knöllchen verteilen müssen.

Von sich aus hingegen kontrollieren Mitarbeiter des Ordnungsamtes eher in Bereichen, in denen falsches Parken eine Verkehrsgefährdung darstellte. Ansonsten wird das Ordnungsamt in manchen Fällen auch aktiv im Einvernehmen mit der Politik, etwa dem Ausschuss für Öffentliche Sicherheit, Ordnung und Verkehr. Ein bekanntes Beispiel ist der Wanderweg an der Nette zwischen Leuther Mühle und Wittsee, der nur für Fußgänger freigegeben ist.

Die Beschwerden häuften sich, rasende Radfahrer, unter ihnen ein prominenter Politiker, würden auf dem schmalen Weg die Spaziergänger gefährden, und Vandalen häufig den Aussichtsturm der Biologischen Station beschädigen. So berichtete Klaus Ossmann, Leiter des Ordnungsamtes, im Ausschuss, man habe dort verstärkt kontrolliert, auch an Wochenenden, die Situation habe sich seitdem gebessert.

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Von Verbesserungen allerdings kann keine Rede sein, was in diesen Tagen das uneinsichtige Verhalten vieler Autofahrer bei winterlichem Wetter angelangt: "Natürlich ist es verboten, den Motor laufen zu lassen, während man die Autoscheiben vom Eis befreit", hob Ossmann hervor. So etwas gezielt zu kontrollieren, könnten städtische Mitarbeiter allerdings gar nicht leisten. Da seien auch die Bürger selbst gefragt: Wer beobachte und sich ärgere, dass ein Nachbar erst den Motor starte und dann das Eis von den Scheiben kratze, sollte sinnvollerweise im Gespräch über diese umweltschädliche Unsitte aufklären. Ossmann: "Aber wenn sich jemand unbelehrbar zeigt, kann man das zur Anzeige bringen, der wir dann nachgehen."

(jobu)