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Nettetal: Opfer sitzt in der Feuer-Falle

Nettetal : Opfer sitzt in der Feuer-Falle

Ein brutaler Überfall am gestrigen Vormittag schockt die Bewohner Lobberichs. "Dass ich das noch erleben muss. Wozu Menschen imstande sind", sagt eine 76-jährige Nachbarin unter Tränen und schaut fassungslos zum Haus auf der anderen Seite der sonst so ruhigen Mittelstraße.

Dort entfernen Feuerwehrleute gerade die Reste der großen Fensterscheibe im Obergeschoss. In der Garageneinfahrt stehen verkohlte Möbel, das Innere der jetzt unbewohnbaren Doppelhaushälfte ist rußgeschwärzt. Eine gute Stunde zuvor hatte der 44-jährige Nachbar arglos die Haustür geöffnet — und sich plötzlich zwei maskierten und mit einem länglichen Gegenstand bewaffneten Männern gegenüber gesehen.

Abflämmgerät entdeckt

Wie die Polizei mitteilt, drängten ihn die beiden Männer ins Haus und forderten in englischer Sprache Bargeld. Dabei fing einer der Täter an, Schränke und Kommoden im Wohnzimmer zu öffnen und nach Wertsachen zu durchsuchen. Der andere Täter entdeckte beim Blick aus dem Fenster auf der Terrasse ein Abflämmgerät für Unkraut, holte es ins Wohnzimmer und drohte: "No cash: fire!" (kein Geld: Feuer!")

Während der eine Täter das Opfer zurück in den Flur schubste, zündelte der andere mit dem Gaskartuschengerät. Anschließend drängten die Täter den 44-Jährigen ins Obergeschoss. Auch hier drohten sie damit, weiter zu zündeln, wenn sie kein Geld bekämen. Der Lobbericher gab den Unbekannten schließlich einige Hundert Euro. Auch im Obergeschoss legten die Täter Feuer. Anschließend drängten sie ihr Opfer in den Keller und sperrten ihn in den Wäschekeller, bevor sie das Haus verließen.

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Nachdem er ein oder zwei Minuten lang nichts mehr gehört hatte, rief der 44-Jährige mit seinem Handy die Feuerwehr. Kurze Zeit später eintreffende Polizeibeamte konnten den Lobbericher dann mit dem gleichzeitig eintreffenden Rettungsdienst über eine Kelleraußentür befreien.

Als die Feuerwehr kurz darauf ankam, stieg der Rauch bereits aus allen Öffnungen des Hauses. "Wir konnten das Feuer aber schnell löschen", berichtet Lobberichs Löschzugführer Jörg Peschkes. Das Haus ist dennoch — vor allem durch die Rauchentwicklung — stark beschädigt. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 100 000 Euro.

Die Täter werden wie folgt beschrieben: Einer war circa 20 bis 30 Jahre alt, 1,70 Meter groß und von normaler Statur. Er hat ein breites Gesicht mit auffallend nach hinten gezogenen Augenöffnungen und eine südosteuropäische Erscheinung. Bekleidet war er mit einem grau-beigem Blouson und einer schwarzen, tief ins Gesicht gezogene Wollmütze. Der zweite Täter ist circa 20 Jahre alt oder etwas jünger, 1,85 Meter groß, hat eine stämmige Statur und ein rundes Gesicht. Er trug eine grau-grüne Jacke unn einen Schal oder Rollkragen vor dem Mund und ebenfalls eine schwarze, tief ins Gesicht gezogene Wollmütze. Hinweise: Tel. 02162/377-0.

(RP/jco)