Nettetal: Omas Lieblingskuchen backen

Nettetal: Omas Lieblingskuchen backen

Im Garten der Kindertagesstätte St. Sebastian in Lobberich stehen zwei Kirschbäume – das wurde direkt genutzt. Die Kinder pflückten die roten Früchte und verarbeiteten sie. Heraus kam leckeres Backwerk.

Im Garten der Kindertagesstätte St. Sebastian in Lobberich stehen zwei Kirschbäume — das wurde direkt genutzt. Die Kinder pflückten die roten Früchte und verarbeiteten sie. Heraus kam leckeres Backwerk.

Der fünfjährige Julian schleckt sich mit der Zunge über die Lippen. "Das sieht aus wie ein Brötchenkuchen", sagt er und kann es kaum erwarten, ein Stückchen von diesem "Brötchenkuchen" zu probieren. Doch bis zum Nachmittag muss er sich noch gedulden, dann nämlich besuchen 40 Lobbericher Erstklässler die Kindertagesstätte St. Sebastian, "und dann gibt es den Kuchen", weiß Julian.

Zwei Kirschbäume im Garten

Der "Brötchenkuchen" ist in Wirklichkeit ein Kirschkuchen "aus Omas Zeiten", und den haben die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte nicht nur selbst gebacken, sondern auch die Kirschen alleine gepflückt. "Hier stehen zwei Kirschbäume", sagt Hannah stolz. Und Annette Gartz, Leiterin der Kindertagesstätte, erklärt: "Wir haben hier vor 15 Jahren, zum 40-jährigen Bestehen unseres Kindergartens, bewusst zwei Kirschbäume gepflanzt." Schon damals sei dies mit dem Gedanken geschehen, den Kindern Obst und Gemüse aus heimischen Gärten näher zu bringen.

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Und so reifen im Garten der Kindertagesstätte nicht nur Kirschen und Äpfel, auch mit Mirabellen, Pflaumen, Kastanien, Nüssen und Johannisbeeren kennen sich die Kinder bestens aus. Was liegt da näher, als Omas altes Blechkuchen-Rezept hervorzukramen und danach zu backen? Die kleinen Kuchenbäcker sind eifrig bei der Sache, "Eier, Butter, Mehl, Zucker und Backpulver sind da drin", sagt Hannah. Beim Entkernen der Kirschen hat Annette Gartz dann aber lieber geholfen. "Es wäre sonst zu matschig geworden", sagt sie lachend.

Dass man die Kirschen aber nicht unbedingt in einem Kuchen essen muss, weiß Fritz. "Die Kirschen kann man auch so essen, und die sind richtig lecker", schwärmt er und hängt sich ein paar "Kirsch-Ohrringe" um die Ohren. Lilly hat inzwischen ein Ei auf dem Rand einer Tasse aufgeschlagen und Schale und Ei getrennt. "Jetzt kommt das Ei in die Schüssel, und dann wird alles mit dem Mixer vermischt", verkündet sie strahlend.

Das erste Blech ist fertig und muss nur noch abkühlen. Die anderen Kinder sind schon dabei, den Teig für das zweite Blech zu verrühren. Und nun wurde der letzte Rest vom Kirschbaum gepflückt. Dafür holten die Kinder Annette Gartz' Ehemann Jupp, der mit der großen Leiter kam. "Und im nächsten Jahr können wir wieder Kirschen von unserem Kirschbaum pflücken", freuen dich die Kinder.

(ivb)
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