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Nettetal: Notdienstpraxen vor dem Umbruch

Nettetal : Notdienstpraxen vor dem Umbruch

Die Kassenärztliche Vereinigung plant Veränderungen in der Versorgung. Das Gesundheitsnetz Viersen AG will Patienten befragen. Die eingerichteten Notdienstpraxen in Dülken und Lobberich haben sich bewährt.

Das Gesundheitsnetz Viersen AG hat mit seinen Notdienstpraxen in Lobberich und Dülken seit der Gründung im Jahr 2002 mehr als 300 000 Patienten betreut. Möglicherweise steht dieses System aber vor einem Umbruch. Die Kassenärztliche Vereinigung will den Notdienst durchgreifend verändern. Die nächtliche Präsenz soll wegfallen, das Versorgungsgebiet vergrößert werden. Das Gesundheitsnetz will dazu die Meinung von Patienten einholen.

Sie kommen mit kleineren Verletzungen, Erkältungen oder Übelkeit und haben außerhalb der regulären Sprechzeiten der niedergelassenen Ärzte in den Notdienstpraxen die erste Anlaufstelle für medizinische Notfälle. Die diensthabenden Ärzte sind nachts, am Wochenende und an Feiertagen dort tätig. Mittwochs und an Wochenenden gibt es dazu den kinderärztlichen Notdienst. 33 300 Patienten kamen allein im Jahr 2012.

Der Großteil suchte Hilfe in Dülken an der Hospitalstraße 88, im Erdgeschoss des Seniorenheims des St.-Cornelius-Hospitals, das Teil des AKH Viersen ist. Dort wurden mehr als 26 000 Patienten verarztet. Den Rest zog es nach Lobberich. Die Praxis am Sassenfelder Kirchweg 1 ist mit dem Krankenhaus Nettetal verbunden. Im vergangenen Jahr wurde die Marke von 300 000 Patienten seit der Gründung der Notdienstpraxis in Dülken im März 2002 überschritten. Bis Ende 2012 verzeichnete die Gesundheitsnetz Viersen AG, die die Notdienstpraxen betreut und den ärztlichen Notdienst organisiert, 280 000 Kassenpatienten in den vergangenen knapp elf Jahren. Die Zahlen bestätigten, dass die Menschen im Westkreis das System gut annähmen, freut sich Dr. Johann Heinrich Arens.

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Die Notdienstpraxen sind technisch miteinander vernetzt. Sie haben einheitlich die Notrufnummer 01802 11 23 33. Anrufer werden automatisch an die nächstgelegene Praxis verwiesen, um die schnellste Behandlung sicherzustellen und Wartezeiten zu vermeiden. Auch in den Nachtstunden ist stets ein Arzt anwesend, da grundsätzlich mindestens zwei Ärzte Dienstbereitschaft haben. Einer der Ärzte führt mit dem Fahrzeug der Notdienstpraxis Hausbesuche durch, der Zweite ist im sogenannten Sitzdienst.

Vor dem Hintergrund der von der Kassenärztlichen Vereinigung beabsichtigten generellen Änderung im Notdienst, die zum Beispiel die lokale Präsenz in der Nacht abschaffen und die Notdienstbezirke vergrößern will, wird das Gesundheitsnetz Viersen in den kommenden Wochen eine Patienten-Umfrage in den Praxen durchführen. Es soll herausgefunden werden, was die Patienten wünschen. Die Ärzte der Region haben sich bereits in einer Befragung nahezu einstimmig für die Beibehaltung der bestehenden Regelung und gegen eine zentrale Verwaltung entschieden. Die Patienten-Befragung soll helfen, eine endgültige Entscheidung im Sinne der Patienten zu treffen.

Die Gesundheitsnetz Viersen AG ist ein Zusammenschluss freiberuflicher Ärzte der Region, die seit 2000 besteht. Kooperationspartner sind die Krankenhäuser Viersen und Nettetal. FRAGE DES TAGES

(RP)