Nettetal: Niedieck-Gebäude steht vor dem Abriss

Nettetal: Niedieck-Gebäude steht vor dem Abriss

Die Stadt verfolgt nicht länger eine gemeinsame Entwicklung der Longlife- und Niedieck-Areale. Die Grünen wollen die stattlichen Bäume im Niedieck-Park und am Zentralparkplatz möglichst erhalten. Einige sind bereits Naturdenkmale.

Die Stadt wird die Entwicklung der Niedieck- und Longlife-Areale links und rechts der Niedieckstraße in Lobberich in zwei Planbereiche aufteilen. Es gibt keine Einigkeit über Ziele und Umsetzung. Das sei nicht weiter tragisch, berichtete die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche im Planungsausschuss. Wichtiger sei, dass jetzt Bewegung in die Planungen kommt.

Die beiden Textilunternehmen sind durch Insolvenz (Niedieck) und Betriebsaufgabe (Longlife) untergegangen. Der niederländische Entwickler Laarakkers hatte den Niedieck-Komplex erworben mit dem Ziel, alle aufstehenden Gebäude abzuräumen, Altlasten zu erkunden und so eine Überplanung zu ermöglichen. Bei Longlife verhält sich das etwas anders. So werden wohl Gebäude erhalten, über eine konkrete Planung von Details ist öffentlich nicht beraten worden.

Laarakkers hat mittlerweile mit dem Entkernen von Gebäuden begonnen und strebt eine Abrissgenehmigung an. Bodenuntersuchungen hat das Unternehmen sofort anstellen lassen, als das Gelände übernommen worden war. Die Ergebnisse sind noch nicht bekannt. Johannes Dückers (SPD) hatte darauf hingewiesen, dass sich im nördlichen Bereich des Unternehmens, nahe der Niedieckstraße, eine Färberei und die Ausrüstung des Textilherstellers befunden hatten. Es sei damit zu rechnen, dass dort nicht unerhebliche Altlasten im Erdreich schlummerten.

In die Planung der Stadt wird sowohl das Privatgelände der Familie Selbach und der zugehörige Park als auch eine angrenzende Fläche, die bis an den Zentralparkplatz hinter dem Amtsgericht reicht, einbezogen. Hier sollen großzügige und qualitativ hochwertige Wohnungen in der besonders attraktiven Lage errichtet werden. Für Niedieck und Longlife gibt es zunächst eine gemeinsame Bürgerbeteiligung, danach werden die Verfahren abgeteilt.

  • Ab 1. Februar 2019 : Taxifahren wird deutlich teurer

Guido Gahlings (Grüne) bat darum, alle wichtigen Bäume auf dem Gelände zu sichern. Bekanntlich befinden sich im Park neben dem Niedieckwerk mehrere als Naturdenkmale eingetragene Bäume. Neben dem Zentralparkplatz gibt es ebenfalls Bäume, die erhalten werden sollten. Gahlings wies darauf hin, dass alter Baumbestand Probleme aufwirft. So verlangten einzelne Hausbesitzer an der Buschstraße in Kaldenkirchen, wo sie wissentlich unter großen alten Bäumen gebaut hätten, immer wieder Eingriffe in diesen Bestand.

Darauf solle die Stadt sich in diesem Fall auch nicht einlassen, aber bessere Vorkehrungen treffen, um Ärger zu verhindern.

Der Baumbestand wird, dies versicherte Stadtplaner Markus Grühn, auf jeden Fall untersucht und dann in den Plänen dokumentiert. Die Verwaltung werde mögliche Festsetzungen prüfen, da auch sie den grünen Charakter der Fläche erhalten will.

(RP/ila)
Mehr von RP ONLINE