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Nicole und Alexander Büschkes heiraten am 29. Februar kirchlich

Leuth : Hochzeitstag nur alle vier Jahre

Nicole und Alexander Büschkes haben sich für ihre kirchliche Hochzeit einen besonderen Tag ausgesucht: den 29. Februar. Weil es diesen Tag nur in Schaltjahren gibt, wollen sie auch nur alle vier Jahre Hochzeitstag feiern.

Wenn Nicole Büschkes jemals heiraten würde, dann sollte es im Winter sein. So wäre man vom Wetter nicht abhängig und müsste nicht ständig Angst vorm Regen haben. „So bleiben halt alle von Anfang an drinnen“, sagt die 35-Jährige und lacht. Doch dass es überhaupt einen Hochzeitstag geben würde, war so gar nicht geplant.

„Alexander wollte nicht heiraten. Nie“, erzählt die Apothekerin. Umso überraschter war die junge Frau, als der 40-Jährige zusammen mit dem mittlerweile dreieinhalb Jahre alten Sohn Till mit Blumen in den Händen im Sommer 2018 vor ihr stand. „Eigentlich hatten die beiden ausgemacht, dass Till mich fragt, aber der konnte halt noch nicht so gut sprechen“, erinnert sich die Leutherin.

Nach der standesamtlichen Hochzeit Ende letzten Jahres entschieden sich die Beiden für ein besonderes Datum für die kirchliche Trauung: Der 29. Februar 2020 sollte es sein. „Ganz bewusst wollten wir dieses Datum – und wir werden dann auch nur alle vier Jahre Hochzeitstag feiern“, erzählt das Paar. Dann aber wollen die Eltern zweier Kinder den Tag auch besonders begehen, etwas unternehmen oder mit der Familie und Freunden feiern.

Nicole hatte zunächst Angst, dass das Datum aufgrund der Fastenzeit nicht gehen würde. Umso glücklicher waren die Nettetaler dann, als Pfarrer Benedikt Schnitzler da kein Problem sah.

Der Techniker und die Apothekerin haben ihr Leben nicht nach dem Muster „Heiraten, Haus bauen, Kinder kriegen“ aufgebaut. Sie kennen sich seit 20 Jahren, sind seit zehn Jahren ein Paar, haben aber vor ihrem Hausbau 2014 noch nie vorher zusammen gewohnt: „Das war echt eigentlich das größte Wagnis überhaupt“, erinnern sie sich. Dann kam Till zur Welt, und im Sommer 2018 dann ihr zweiter Sohn Luis. „Eigentlich war alles gut so, wie es war, wir waren da ja schon eine Familie“, erzählt Nicole Büschkes.

Seit der standesamtlichen Heirat fühlt sich die 35-Jährige ihrem Mann durch diesen Schritt aber noch näher: „Jetzt heißen wir alle Büschkes und sind so richtig Familie mit allem Drum und Dran“, sagt sie.

Mit 130 Gästen wird das Paar heute den großen Tag feiern. Sogar Gäste aus China sind extra angereist. Die Aufregung bei der Braut steigt, aber auch die Vorfreude. Beide Brautleute sind in der Kirche und in Vereinen aktiv und haben einen großen Freundeskreis.

Sie gehören mit der Wahl des 29. Februar zu einem der außergewöhnlichen Paare, die sich an diesem Datum in einem Schaltjahr das Ja-Wort geben. Die Nacht verbrachte das Paar noch gemeinsam. Vorbereitungen für die Trauung machen Braut und Bräutigam aber getrennt. „Und es wird ein klassisches, weißes Brautkleid sein“, verrät Nicole Büschkes.

Vielleicht überrascht der Schalttag, der 29. Februar 2020, die Brautleute ja noch mit ein paar weißen Flocken von oben. Damit wäre „der Traum von einer Winterhochzeit“, den Nicole Büschkes einst hatte, dann vielleicht noch schöner.