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Nettetal: Nicht nur Tore führen zum Sieg

Nettetal : Nicht nur Tore führen zum Sieg

Mit der "VVV-Venlo StreetLeague" startet in Nettetal, Krefeld und Venlo ein euregionales Projekt, das Begegnung durch Sport ermöglichen soll. Dabei zählen nicht nur sportliche Leistungen, sondern auch soziales Engagement.

Für viele startet das Fußballereignis des Jahres im Sommer, wenn am 12. Juni die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien beginnt. Für viele Jugendliche in Nettetal, Krefeld, Venlo und Peel en Maas geht es aber bereits am 9. April los. Dann startet erstmalig in dieser Konstellation die VVV-Venlo StreetLeague, ein euregionales Projekt, das Begegnung durch Sport ermöglichen soll. Das Besondere daran: Es zählen nicht nur die sportlichen Ergebnisse, sondern auch — zu gleichen Teilen — soziales Engagement und Fair Play.

In Venlo haben diese Turniere bereits Tradition, hier werden sie seit vier Jahren erfolgreich durchgeführt, wie der Vorsitzende des VVV-Venlo, Peter Broekmans, anlässlich der Unterzeichnung der gemeinsamen Kooperationserklärung berichtet. Nun hofft er, dass das gemeinsame Projekt auch in Krefeld und Nettetal gut anläuft.

Bei der Präsentation der Idee wird schnell klar: Es geht um weit mehr als um das sportliche Aufeinandertreffen. Ivor Straetemans, Projektmanager bei VIA VVV, erklärt, warum die Kraft des Konzepts auf den drei Säulen Sport, Fair Play und eben dem sozialen Engagement liegt: "Die Jugendlichen sollen lernen, in Teams zu arbeiten. Der Umgang mit anderen Menschen, Regeln, das alles ist wesentlicher Bestandteil der persönlichen Entwicklung." Um das erfolgreiche Konzept auszuweiten, startete der niederländische Verein im November 2012 die Werbung bei den deutschen Kollegen. Und die Idee fand Anklang.

"Heute starten wir ein grenzüberscheitendes Projekt", freut sich daher nun Jochen Müntinga, Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Familie der Stadt Nettetal. Der Bereich Sport sei ihnen schon immer wichtig gewesen. "Wir haben festgestellt, dass Sport ein wichtiger Faktor im Leben von Kindern ist, die nicht so ideal aufwachsen, wie wir uns das wünschen", erklärt er. Daher sei die Initiative des VVV-Venlo sehr positiv aufgenommen worden: "Obwohl man nur zehn Minuten voneinander entfernt ist, weiß man oft nicht, wer was macht."

Dieses Projekt soll helfen, über den Tellerrand zu schauen. Bisher haben sich drei Mannschaften mit je zehn Personen aus Nettetal angemeldet. Dazu kommen ein bis zwei Betreuer pro Gruppe. Gerade auf die im Rahmen der Street League angebotene Teamleiterschulung werde viel Wert gelegt. "Es ist wichtig, zu lernen, wie man mit einer solchen Gruppe umgeht und sie motiviert", erläutert Jennifer Baum, Jugendpflegerin der Stadt Nettetal, bei der sich die Nettetaler Teams anmelden können. Wichtig ist den Veranstaltern auch, dass die Betreuer die Jugendlichen dabei unterstützen, ihre sozialen Projekte durchzuführen, die zu einem Drittel für die Punktevergabe entscheidend sind.

Das Engagement könne darin bestehen, Müll aufzusammeln oder ältere Menschen in einem Altenheim zu besuchen, um ihnen vorzulesen oder mit ihnen spazieren zu gehen. Von April bis Juni haben die Kinder und Jugendlichen dann Zeit, Punkte zu sammeln — unter- und miteinander, auf dem Spielfeld, bei ihren sozialen Projekten.

(eva)