Neujahrsempfang der SPD Nettetal in der Stadtbücherei in Breyell

Neujahrsempfang der SPD : SPD setzt auf Zauberei und Engel

Der Neujahrsempfang der Nettetaler Sozialdemokraten war gut besucht. Schmitz-Backes unterhielt bestens mit seinen Zaubertricks.

Beim Neujahrsempfang der SPD in der Stadtbücherei in Breyell ließen die Sozialdemokraten für ihre Gäste kleine Engel tanzen und einen Zauberer Tricks präsentieren. Schmidt-Backes zauberte aus blanken Papierschnipseln echte 50-Euro-Scheine und empfahl sich so für die Finanzierung der teuren Sanierung der Werner-Jaeger-Halle. Die SPD-Ortsvorsitzende Tanja Jansen freute sich in ihrer Begrüßung über den voll besetzten Lesesaal der Stadtbücherei. Rund 70 Gäste waren am Freitagabend der Einladung gefolgt.

 Mit dem zauber- und engelhaften Programm ging es beim Neujahrsempfang überaus unterhaltsam zu, und es gab viel zu lachen. Aber das Führungsduo der Nettetaler SPD, Tanja Jansen und Renate Dyck als Fraktionsvorsitzende, verstand es ebenso, auch ernste Töne anklingen zu lassen und einen Blick auf die große wie nahe Politik zu werfen. Bei ihrem Rückblick auf 2019  nannte Jansen die Schüler-Demos „Fridays for Future“, den Brand von Notre-Dame, den rechtsextremen Mord an Walter Lübcke und die Anschläge in Christchurch und Halle. Sie erinnerte an den Rücktritt von Andrea Nahles und den langen Weg zur neuen, ersten Doppelspitze der Partei. Der Brexit, die Brände im Amazonas-Gebiet und 30 Jahre Mauerfall waren ebenso Thema wie die überraschende Kandidatin Ursula von der Leyen für die EU-Kommission.

 Vom Globalen führte Renate Dyck wieder zurück ins Lokale. Sie gab sich moderat und gut informiert, zeigte sich aber auch kämpferisch, indem sie dem bereits erklärten Stolz der Christdemokraten auf 50 Jahre Stadtentwicklung von Nettetal ihren eigenen entgegensetzte. Auch eine Reihe von Sozialdemokraten hätten aktiv, manchmal mit durchaus kritischem Blick und ebensolchen Einwänden zu dieser positiven Entwicklung beigetragen: „Da nenne ich den seinerzeitigen stellvertretenden Bürgermeister Leo Bontenackels aus Lobberich, ohne den der damalige Bürgermeister Hein Nicus nicht so erfolgreich hätte agieren können. Da kommt mir Hans Hoeke in den Sinn, der gemeinsam mit Heinz Kamps, Hans-Dieter Heimes und anderen dem Gigantismus, der Baueuphorie und der Plattmacherei der 70er Jahre Konzepte des Erhaltens und Bewahrens alter gewachsener Bausubstanz entgegengesetzt haben.“ Dyck erinnerte an die Pläne für ein gigantisches Stadtzentrum zwischen Lobberich und Breyell. Ein großes Zelt „mit Modellen und viel Tam Tam“ habe am Nettebruch gestanden und sollte für die Idee eines neues Zentrums werben. Von 60.000 Einwohner sei die Rede gewesen. Und sie vergaß auch nicht den einzigen Dezernenten der Stadt mit SPD-Parteibuch. Wolf-Hartwig Kohte habe die Stadt in den 90er Jahren wesentlich mitgeprägt. Auch die Sozialdemokraten seien stolz auf ihre Arbeit für die Stadt Nettetal: „Auch wenn wir gemäß dem Wählerwillen nicht die erste Geige spielen durften, haben wir gelernt, auf der zweiten Geige wesentliche Akzente zu setzen“, sagte Dyck.

 Aber mit den beiden Reden war der politische Teil des Neujahrsempfanges auch schon beendet. Der Neujahrsempfang war vor allem eins: gesellig. Dazu trug vor allem der Lobbericher Zauberer Schmitz-Backes bei. Zum Schluss wurde es fast wieder weihnachtlich, als die Engel-Gruppe von Marie-Luise Lüttgen ihre Tänze vorführten.