Neuer Mietspiegel für Nettetal: Mieten sind moderatgestiegen

Nettetal: Mieten seit 2017 um drei Prozent höher

Hausbesitzer und Mieterverband haben einen neuen Mietspiegel für Nettetal vorgelegt. Danach sind die Quadratmeterpreise für frei finanzierte Wohnungen moderat angestiegen.

Wer in Nettetal eine 90 Quadratmeter große Wohnung mieten will, die 2016 oder später erbaut wurde, muss damit rechnen, dass er rund 612 Euro Monatsmiete zahlen muss. Wenn er Glück hat, sind es nur 553 Euro, wenn er weniger Glück hat, können es auch 670 Euro sein – wohlgemerkt „kalt“, denn die Kosten für Heizung und Strom, Gas, Wasser und Müllabfuhr (Nebenkosten) sind nicht enthalten. Seit 2017 waren die Mieten noch um drei Prozent niedriger.

Die Mietpreise haben der Verein der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer für Krefeld und den Niederrhein sowie der Mieterverband Niederrhein gemeinsam mit dem Gutachterausschuss des Kreises Viersen und der Stadt Nettetal aus den Mietverträgen der vergangenen vier Jahre ermittelt.

Im „Mietspiegel 2019“ betonen die Herausgeber, dass es sich bei den angegebenen Preisen um „Richtwerte“ handele, die Wohnungssuchenden als Anhaltspunkte dienen können. Am konkreten Objekt müsse mit Abweichungen gerechnet werden, denn die Ausstattung der Wohnungen könne nicht über einen Kamm geschoren werden. Deshalb werden auch Abweichungen angegeben.

Grundsätzlich gelten die Richtwerte nur für freifinanzierte und unmöbliert vermietete Alt- und Neubauwohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern. Öffentlich geförderte Wohnungen bleiben außen vor. Zur Bewertung sind die Wohnungen in zehn Zeitabschnitte von „vor 1948“ bis „ab 2016“ eingeteilt. Grundsätzlich sind sie mit Heizung, Bad und WC ausgestattet und zwischen 55 und 90 Quadratmetern groß, mit Küche und zwei bis vier Zimmern in Mehrfamilienhäusern.

Der Mietspiegel listet akribisch Zu- und Abschläge auf, die bei der Ermittlung der Miete berücksichtigt werden können. Eine überdurchschnittliche Sanitärausstattung (Wannenbad und Dusche, zweites Waschbecken, Bidet) kann die Miete bis zu 15 Prozent erhöhen, eine Ausstattung mit Einbauküche, Fliesen oder Fußbodenheizung ebenfalls bis zu 15 Prozent. Auch eine besonders gute Wohnlage oder die Nutzung als Einfamilienhaus kann zu Aufschlägen bis zu 25 Prozent führen. Auf der anderen Seite gibt es auch Abschläge, wenn die Wohnung nicht abgeschlossen ist (bis minus zehn Prozent), im Souterrain liegt (minus 20 Prozent) oder im Dachgeschoss im vierten Stockwerk ohne Aufzug (minus zehn Prozent). Auch bei Wohnungen ohne Heizung (oder nur teilbeheizt) und WC außerhalb der Wohnungen sind Abschläge bis 20 Prozent üblich. Je weiter die Quadratmeterzahl über 90 geht, desto niedriger wird die Miete (bis minus 20 Prozent); andererseits sind Kleinwohnungen (unter 55 Quadratmeter) und Appartements teurer. Abschläge gibt es auch für mangelnde Isolierung (Energiebedarfsausweis).

Je nach Bedarf wird der Mietspiegel alle zwei Jahre neu erstellt. Die 22-seitige Broschüre mit Hinweisen zu Mieterhöhungen und Nebenkosten ist für drei Euro erhältlich beim Bürgerservice der Stadt im Rathaus in Lobberich, Doerkesplatz 11, und im Bürgerhaus Kaldenkirchen, Kehrstraße 93. Der Mietspiegel kann kostenfrei im Internet heruntergeladen werden unter: www.nettetal.de/de/dienstleistung/mietspiegel-mietrichtwerte/.

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