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Nettetal: Neue Impulse für Kaldenkirchen

Nettetal : Neue Impulse für Kaldenkirchen

In der Kaldenkirchener Innenstadt, die bei niederländischen Kunden sehr beliebt ist, gibt es kaum noch Leerstände. Neu eröffnet haben eine Metzgerei, eine Fußpflege und ein Colonialwaren-Anbieter, wiedereröffnet hat ein Bistro

Alles, was das Herz begehrt, gibt's zu kaufen in der Kaldenkirchener Innenstadt. Wirklich alles? "Na ja, ein paar Branchen hätten wir schon noch gern hier vertreten, einen Bioladen zum Beispiel, aber insgesamt sind wir im Einzelhandel recht gut bestückt", sagt Claudia Willers, die Vorsitzende des Werberings Kaldenkirchen-aktiv. Was für eine gute Jahresbilanz sorgt: "Wir haben nahezu keine Leerstände mehr." Wunschlos glücklich ist der Einzelhandel, der auch auf niederländische Kunden setzt, dennoch nicht.

Bei einem Gang durch die Fußgängerzone zwischen der Kirche St. Clemens mit Kirchplatz und dem Bürgerhaus fällt gleich ein bunter Branchenmix auf. Beispielsweise Schuhe und Sportwaren, Herrenbekleidung und Dessous, Brillen und Bücher sowie noch recht neu und mit originellem Geschäftsnamen, "Feine Colonialwaren".

Dennoch wirkt nach, dass in den vergangenen Jahren manche traditionsreiche Geschäfte in Kaldenkirchen aufgaben, Bäckereien und Metzgereien etwa, Spielwaren, Kinderbekleidung oder erst kürzlich Schreib- und Bürobedarf. "Das tut uns allen natürlich weh", gibt Willers zu.

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Positiver Nebeneffekt: Selbst bei traditionsbewussten Einzelhändlern, die bis dahin lediglich auf Stammkunden bauten, setzte ein Umdenken ein. Kaum noch ein Laden ohne eigene Homepage, Sortimente wurden erweitert und verändert, Fachgeschäfte für Tabakwaren oder Blumen etwa bieten zusätzlich Deko-Artikel an.

Die Zeichen der Zeit längst erkannt hatten innovative Geschäftsleute wie Elektrohändler Siegfried Nootz am Rande der Fußgängerzone: "Fernseher kaufen viele heute online, wir setzen deshalb schon seit Jahren mit Erfolg auch auf Satelliten-Anlagen und Mobilfunk."

Flexibilität ist gefragt im Einzelhandel, doch wichtig auch scheint das Engagement im Werbering: "Wir verstehen uns als große Gemeinschaft. Neue Mitglieder bringen sich mit Ideen und Engagement ein", sagt Willers. Nur so könneman die großen Veranstaltungen wie Frühlings- und Lichterfest oder Karibische Nacht auf die Beine stellen. Solche Feste wirkten nachhaltig: "Viele Besucher von auswärts kommen als neue Kunden zurück." Und die heimische Kaldenkirchener Kundschaft sei froh, dass nach dem Metzgerei-Sterben nun die Breyeller Fleischerei Abelen in der Kaldenkirchener City eine Filiale hat.

Diese Entwicklung registriert man auch bei Stadt Nettetal als durchaus positiv - Christoph Kamps von der Wirtschaftsförderung sagt: "Die Fußgängerzone in Kaldenkirchen hat ja eh einen besonderen Charme, ist auch bei den Niederländern sehr beliebt." Zwar ließen sich die Zentren der Ortsteile mit ihren Charakteristika sowie bei Leerständen oder Entwicklung nicht vergleichen, so Kamps, aber Kaldenkirchen sei "derzeit sehr gut aufgestellt".

Auffällig stark ist die Wellness-Branche mit Fußpflege, Kosmetischen Behandlungen oder Frisören vertreten, neu ist etwa Phatcha Thai Massage. Auch Fußpflege Happy Feet eröffnete soeben. Inhaberin Petra Kuckhoff ist überzeugt vom Standort: "Kaldenkirchen ist ideal für mich. Die Menschen sind freundlich, viele fragen erst, kommen dann als Kunden, und die Kollegen im Werbering nehmen einen gut auf." Händler wie Kunden atmeten zudem auf, als das längere Zeit geschlossene Bistro-Restaurant Noa am Kirchplatz mit neuer Mannschaft und neuem Konzept Anfang Dezember wieder eröffnete. Auch Claudia Willers meint: "Der Kirchplatz mit all' der Gastronomie ist ein Herzstück der Innenstadt. Man will ja nicht nur bummeln und kaufen, sondern auch etwas essen und trinken.".

Auch wenn Claudia Willers "die schmucke Kehrstraße mit den schnuckeligen Seitengässchen" lobt, die Fußgängerzone könnte "durchaus eine aufwertende Gestaltung vertragen".

(jobu)