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Nettetal: Neubürger von außen in die Stadt holen

Nettetal : Neubürger von außen in die Stadt holen

Die Stadt plant den Aufbau eines Serviceportals im Internet unter dem Stichwort "Wohnen und Leben in Nettetal". Es will Informationen für Bürger bündeln, die ein Haus in der Stadt bauen, kaufen oder auch mieten möchten.

Kleinstädte an der Peripherie großer Zentren drohen ländliche Senioren-Residenzen zu werden. Die Zahlen über die Bevölkerungsentwicklung müssen jeden alarmieren. Die Zahl der älteren Menschen nimmt zu, jüngere Menschen wandern ab, Familien bleiben klein. Mit familienfreundlichen Programmen allein kann keine Stadt Reizpunkte setzen. Sie muss ein ganzes Paket schnüren, mit dem sie Überzeugungsarbeit leistet und zusätzliche Bürger gewinnt.

Vor einigen Jahren noch gab es viel Skepsis, als die Stadt in Lobberich auf dem Gelände der Textilunternehmen Niedieck und Longlife den Weg für Wohnbebauung freimachte. Das sei einfach viel zu viel Fläche, hieß es damals. Tatsache ist inzwischen, dass große Teile der inzwischen baureifen Flächen vermarktet sind und Baulücken demnächst dort eher die Seltenheit sind. Doch wer genauer hinschaut, muss feststellen, dass weit überwiegend Nettetaler hier ihr Eigenheim errichten.

Natürlich freut es die Verantwortlichen im Rathaus, dass sie Bürgern in der Stadt ein neues Zuhause schaffen können. Aber so holt man nicht Neubürger nach Nettetal. Auf der Internetseite der Stadt wird unter dem Stichwort "Wohnen in Nettetal" künftig ein Informationspaket aufgebaut, das vor allem eines will: Umfassend informieren und Interessenten lange Wege durch unterschiedliche Instanzen ersparen. Interessenten finden dort konkrete Grundstücke, rechtliche Informationen, Hinweise, was gegebenenfalls zu beachten ist und natürlich auch Werbung für die Stadt Nettetal: Was bietet diese Stadt?

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Vermarkten wird die Stadt Nettetal künftig Sabine Monz, die zehn Jahre lang im Kölner City Marketing tätig war. Dem Wirtschaftsförderungsausschuss des Rates stellte sie in Grundzügen vor, was künftig unter "Wohnen in Nettetal" zu verstehen sein wird.

So wird die Stadtverwaltung nicht etwa allein die Werbetrommel rühren, sondern sich in erster Linie der Tochtergesellschaften bedienen. Es liegt auf der Hand, dass die Stadtwerke Nettetal und die Gemeinnützige Baugesellschaft ihre Kräfte bündeln, Dienstleistungen anbieten und fachlichen Sachverstand einbringen werden. Das Serviceportal "Wohnen und Leben" ist ein ehrgeiziges Projekt, das nicht vordergründig Informationen bündelt und im Internet zur gefälligen Selbstbedienung ausstreut.

Die Grundidee stößt in der Politik auf Zustimmung. Allerdings soll die Verwaltung bis zur Ratssitzung Ende Mai weitere Fakten zusammentragen. CDU-Fraktionssprecher Ingo Heymann bat darum, konkrete Kosten zu benennen und eine dienstleistungsorientierte Beratung zu sichern. Angeregt wurde auch zu prüfen, ob und in welchem Rahmen Nettetaler Unternehmen unter dem Label "Wohnen in Nettetal" eingebunden werden könnten. Die Internetplattform müsse so präzise wie möglich aufgebaut werden, um ihre Besucher ohne umständliche Umwege zu ihren Wünschen zu navigieren. Will ein Interessent neu bauen, will er ein fertiges Haus kaufen oder will er ein Haus oder eine Wohnung mieten?

Hilfreich sei es auch zu erfahren, wer sich für Wohnen in Nettetal interessiert, meinte Sabine Monz. Spielen der Arbeitsplatz in der Nähe, die Lage an der Grenze zu Venlo, die Anbindung an Fernstraßen, die Besonderheiten der Natur, die innerstädtische Infrastruktur von Kindergärten über Schulen bis hin zu konkreten Angeboten für Familien mit Kindern eine Rolle, wenn sich jemand für oder gegen die Stadt entscheide. Im Prinzip lässt sich daraus ein Prozess ableiten, der ständig angereichert wird mit Informationen. Daraus können unter Umständen auch Themen abgeleitet werden, die der Rat an sich zieht.

(RP)