Neubaugebiet "Hohlweg": Ab Mitte 2019 kann gebaut werden

Breyell: Wohnen auf dem Land

Die Hälfte der neuen Bewohner des Baugebiets „Hohlweg“ wohnt jetzt noch außerhalb Nettetals, manche von ihnen leben in Köln und Düsseldorf. Die Erschließung soll Mitte 2019 fertig sein, dann kann gebaut werden.

Leo Lankes ist sich sicher: „Heiligabend wird eingezogen.“ Der Kaldenkirchener Gartenbauer ist aber auch etwas ungeduldig: „Es wird Zeit, dass es losgeht.“ Gemeint ist der Zeitpunkt, ab wann im neuen Wohngebiet „Hohlweg“ in Breyell gebaut werden kann. Das wollen nicht nur Lankes und sein Sohn Heiner mit Schwiegertochter Nicole wissen; auch rund 50 weitere Häuslebauer sind zu einem Informationsnachmittag der Viersener Bauentwickler Schmitz-Gruppe in den Regenbogensaal gekommen. „Im Juni/Juli 2019 soll das Gelände fertig erschlossen sein“, berichtet Geschäftsführer Rüdiger Schmitz.

Heiner und Nicole Lankes warten dringend darauf, denn im vergangenen Jahr sind sie Opfer einer insolventen Baugesellschaft geworden: Sie hatten eine Wohnung im Niedieckpark in Lobberich gekauft und hofften auf den Einzug im Herbst 2017, doch dann tat sich im Sommer nichts mehr. Also mussten sie bei den Eltern am Altenhof einziehen. Sie teilen noch nicht ganz den Optimismus des Vaters, dass schon im nächsten Jahr ein Weihnachtsbaum im Lankes-Haus am Hohlweg stehen wird. Aber auch wenn es Frühjahr 2020 wird, dann sei „jetzt doch ein Ende abzusehen“.

Seit Mitte September werden in dem neuen Baugebiet westlich der Ortslage Erdmassen für die Anlage des Straßen beiseite geschoben, es türmen sich schon Sand- und Kiesberge für den Untergrund des Straßenbelags. Derzeit werden die ersten Rohre für insgesamt 520 Meter Kanal im Trennsystem (Regen und Schmutzwasser) verlegt, hinzu kommen 36 Schachtbauwerke. Anschließend verlegen die Stadtwerke die Leitungen für Gas, Wasser und Strom. Ob Telekom oder Unity Media für ein schnelles Netz sorgen, ist noch unklar, „auf jeden Fall wird Glasfaser verlegt“, versichert Schmitz.

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Insgesamt werden 4000 Quadratmeter Straßenfläche mit Betonsteinen gepflastert, außerdem 23 öffentliche Stellflächen. Fußwege werden wassergebunden angelegt. Das Gebiet ist bis auf ein kleines Stück von einem Grüngürtel umgeben, der im westlichen Teil einen niedrigen Wall erhält, damit eventuell bei Starkregen vom Feld kommendes Wasser abgehalten wird. Auf den rund 9000 Quadratmeter Grünflächen werden hier und da Spielgeräte aufgestellt. Der Bebauungsplan sah vor, dass auch Doppelhäuser errichtet werden können. Davon hat der Investor abgesehen. Es sind nun Grundstücke für 39 Einfamilienhäuser abgesteckt, zwischen 400 und 700 Quadratmeter groß. 29 von ihnen sind schon verkauft.

Bürgermeister Christian Wagner (CDU) freut sich darüber, dass die Hälfte der neuen Bewohner von außerhalb nach Nettetal zieht. „Sie haben eine gute Wahl getroffen“, sagte er und gab Tipps für die Baugenehmigung. So sollte der Bauantrag einige Wochen vor der Fertigstellung der Erschließung eingereicht werden, damit auch bei Fertighäusern zeitig überprüft werden könne, ob sie in die Festsetzungen des Bebauungsplanes passten. Dann könne man ziemlich schnell mit einer Genehmigung rechnen.

Hin und wieder füttert Sarah Kraft den kleinen Tom im Kinderwagen. Mit ihrem Mann Patrick sitzt die Viersenerin an einem Tisch mit Niko Valkanoglou und Sharaeh Fadaj aus Köln. So wird das auch ab 2020 häufiger der Fall sein, denn beide Paare bauen am Hohlweg auf den ersten neuen Metern und sind dort Gegenüber-Nachbarn, wie sie berichten. Ein Paar aus Düsseldorf will „raus aufs Land“. Zwei Meerbuscher hoffen, hier mehr Ruhe zu finden. Eine Familie aus Kaldenkirchen hat „daheim“ kein passendes Grundstück gefunden und freut sich nun auf ein neues Leben in Breyell. Wobei der Weg ins vertraute Milieu sehr einfach ist: Ein Radweg durch die Felder verbindet beide Stadtteile.

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