Nettetal: Nettetals Sport plagen Energiekosten

Nettetal : Nettetals Sport plagen Energiekosten

Steigende Energiekosten treffen nicht nur die privaten Haushalte, sondern auch die Sportvereine aus Nettetal.Ein Modell der Stadt Nettetal animiert die Vereine zum Sparen. Das gesparte Geld bleibt beim Verein.

Der Sport in der Stadt Nettetal ist zweigeteilt. Zum einen gibt es die Vereine, die städtische Anlagen und Einrichtungen nutzen. Zum anderen gibt es Vereine mit eigenen Anlagen. Sie müssen sie nicht nur unterhalten und pflegen, sondern auch ständig die Energiekosten im Auge behalten. Die Kostensteigerung, die mit der Energiewende einhergehen, treffen sie besonders hart. Im Wettbewerb auch mit anderen, professionellen Sportanbietern können Vereine solche Kosten nicht ohne Weiteres über Beiträge an ihre Mitglieder weitergeben.

Auf der kürzlichen Klausurtagung des Stadtsportverbandes (SSV) diskutierten die Sportvertreter das Thema eingehend mit Nettetals Bürgermeister Christian Wagner sowie dem Ersten Beigeordneten Armin Schönfelder, in dessen Verantwortung auch der Sport steht. Beraten wurden grundsätzliche Fakten und die weitere Vorgehensweise. "Wir raten den Vereinen zunächst einmal zu Sponsorengesprächen mit den städtischen Unternehmen", berichtet Willi Wittmann, Vorsitzender des Stadtsportverbandes. Der SSV sei sich ebenso wie die Stadt selbst der kritischen Lage der Vereine bewusst.

Den SC Union Nettetal und seinen Vorsitzenden Christian Stein beschäftigen Energiekosten bereits seit zwei Jahren intensiver als sonst. Im Zeitraum 2012/2013 betrugen die Energiekosten 45 000 bis 50 000 Euro, die allerdings von der Stadt erstattet werden. "Wir beobachten die Entwicklung mit Sorge", erklärt Stein. Die Anlage in Breyell wird nämlich noch mit einer teuren Ölheizung beheizt. Das möchte Stein lieber heute als morgen ändern, am liebsten stiege er um auf Erdgas. "Wir haben die Stadtwerke gebeten, sich unsere Heizung in Breyell anzusehen." Die Anlage wird täglich genutzt, ein Gasanschluss ist bis zum Eingang vorhanden. Es muss aber noch eine Leitung auf dem Gelände gelegt werden. "Die technische Entwicklung ist durchaus wieder weiter als vor 15 bis 20 Jahren, und der städtische Haushalt lässt sich so sicherlich entlasten", meint Stein. Die Anlage im Stadion in Lobberich ist bereits auf Gas umgestellt.

Die Stadt Nettetal erstattet den Vereinen die Energiekosten. Allerdings zahlt sie immer den Durchschnitt der letzten drei Jahre. Was Vereine an Ausgaben verringern, aber von der Stadt mehr erhalten, soll in die energetische Entwicklung der Anlagen gesteckt werden. Die Vereine sehen da allerdings nur geringe Spielräume. Stein kann sich für Breyell ein Contracting-Modell vorstellen. Dieses Modell ist in Nettetal nicht neu. Der Verein zahlt für den Einbau, die Wartung und die Versorgung einer Heizungsanlage eine monatliche Rate an die Stadtwerke. Das ist in etwa vergleichbar mit dem Abschluss eines Handyvertrags inklusive neuem Telefon für eine bestimmte Dauer.

Anders sieht es beim TSV-Kaldenkirchen aus. Vor vier Jahren hat der Verein in Eigenleistung einen neuen Heizkessel eingebaut. Mit dem Neubau des Kunstrasenplatzes in diesem Jahr tauschte der Verein gleichzeitig die Leuchtmittel der Flutlichtanlage aus, um die Energiekosten noch einmal zu reduzieren. "Noch vor vier Jahren war der Eigenanteil deutlich höher", berichtet TSV-Vorsitzender Paul Schrömbges. Waren es vor 2010 noch über 2000 Euro, so konnte der Betrag schrittweise auf 810 Euro im Jahr 2012 gesenkt werden. Die reinen Energiekosten beim TSV beziffert Schrömbges mit zuletzt 20 115,82 Euro. Damit gab der TSV im Vergleich zum Jahr 2010 bereits mehr als 1600 Euro weniger aus. Damit hat der Heizkessel begonnen, sich zu amortisieren. FRAGE DES TAGES

(RP)
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