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Nettetal: Nettetals größter Saftladen

Nettetal : Nettetals größter Saftladen

Zum Erntedankfest hatte der Naturschutzbund auf dem Naturschutzhof in Lobberich eine mobile Saftpresse aufgebaut. Der Andrang war enorm groß, nicht alle Obstfreunde brachten die erforderliche Geduld mit.

Julius Dahmen und seine Kollegin Melanie Rabel haben alle Hände voll zu tun. Die Schlange am großen Anhänger wird immer länger mit Menschen, die kiloweise heimische Äpfel, Birnen und Quitten auf Sackkarren, Fahrradanhängern und in Plastiksäcken mitgebracht haben. Das Obst wollen sie zu Saft pressen lassen.

Der Naturschutzhof des Nabu hatte gestern eine mobile Saftpresse zum Erntedankfest aufbauen lassen. Der Erfolg ist enorm. Seit Stunden bedient Julius Dahmen das Gerät, während Melanie Rabel fertig abgepackte Getränkekartons zum Mitnehmen abfüllt. Die Obstlieferanten brauchen viel Geduld, denn die Mengen sind teilweise sehr groß, und das braucht Zeit. Manch einer hat aber keine Geduld mitgebracht und mosert lautstark herum. Wiebke Esmann, Leiterin des Naturschutzhof, lenkt ab und lädt ein zum Rundgang.

Über das Gelände spazieren

Denn beim Erntedankfest gibt es allerlei zu entdecken und einzukaufen. Die meisten aber warten, bis sie an die Reihe kommen. Erst danach wollen sie über den Naturschutzhof spazieren. "Wenn die Maschine einmal läuft, dann sind immer Leute da", sagt Melanie Rabel und verschließt sorgfältig den Plastikbeutel, verstaut ihn im Karton. Pro fünf Liter Saft zahlen die Kunden 4,80 Euro.

Thomas Deska ist aus Hattingen mit seiner Familie zum Saftpressen angereist. In der Sackkarre vor ihm liegen etwa 40 Kilogramm Äpfel. "Die haben wir gestern von unseren Bäumen geerntet", sagt er und legt er goldgelbe Äpfel in eine mit Wasser gefüllte Wanne. Julius Dahmen häckselt nach dem Waschen die Äpfel in der ersten Maschine und schiebt sie in eine 25 Tonnen starke Presse. Vorher muss Dahmen für die Masse per Hand aus dem Häcksler holen, erst danach wird der Saft herausgepresst und im Anschluss bei 78 Grad Celsius pasteurisiert. "Der Saft ist dann zwei Jahre lang haltbar", sagt Julius Dahmen.

Die beiden Jungs Lars und Nils beobachten den Vorgang mit großem Interesse, während Dahmen die einzelnen Schritte erklärt. Stolz nehmen sie Kartons entgegen und machen sich auf in Richtung Auto, während ihre Mutter, Birgit Schmäl, bezahlt. "Das müsste für einige Zeit reichen, wir haben 30 Liter Apfelsaft", sagt die Brüggenerin und lacht. Gemeinsam mit ihren Kindern macht sie noch einen Rundgang über den Naturschutzhof, hält am Bratapfelstand und kauft außerdem noch Holunderpunsch. Die Rapsölpresse ist eine weitere Attraktion, die die Kinder anzieht. Halt macht die Familie auch beim Korbflechter und kauft außerdem für den kranken Papa zu Hause Honig ein. "Das war ein schöner Tag", sagen Lars und Nils, als sie sich auf den Nachhauseweg machen. Dort wollen sie den Saft direkt probieren.

(szp)